Das IT-Netz ist ein nicht geerdetes Stromnetz und kommt im HV-System zur Anwendung, IT steht für Isoliert und Terra (von der Erde isoliertes System): Während das herkömmliche Bordnetz die Fahrzeugkarosserie als Masseleiter nutzt und sich der Stromkreis darüber schließt, ist das HV-System mit seiner IT-Netzstruktur sowohl wechsel- als auch gleichstromseitig von der Fahrzeugmasse galvanisch isoliert, was aus Sicherheitsgründen zwingen erforderlich ist und zudem Vorteile im Fehlerfall mit sich bringt.
Aus den genannten Gründen greifen die Autobauer für die HV-Anlage auf ein ungeerdetes System, die sogenannte IT-Netzstruktur zurück. Diese hat den Vorteil, dass es einfehlersicher ist. Das heißt: Tritt nur an einer Phase/Stelle des Netzes ein Fehler (Isolatonsfehler) auf, kann es weiter betrieben werden. Im Normalfall geht bei einem solchen Szenario noch keine Kurzschlussgefahr vom Netz aus, vorausgesetzt alle anderen HV-Isolierungen sind absolut einwandfrei. Damit trägt die IT-Netzstruktur zugleich zur Sicherheit bei. Denn wie erwähnt, ist die Fahrzeugmasse nicht Bestandteil des HV-Stromkreises. Folglich kann auch kein Kurzschlussstrom fließen, wenn nur ein stromführender Leiter offen liegt und eine Verbindung (z. B. durch eine Person) zwischen diesem Leiter und der Fahrzeugmasse hergestellt wird.

Dies führt noch nicht zum Schließen eines Stromkreises. Ist jedoch die Isolierung an einer weiteren Stelle des HV-Systems durchlässig zur Karosserie – und sei es nur für relativ geringe (Kriech-)Ströme aufgrund poröser Isolierungen und Feuchtigkeit –, dann kommt es zu einem geschlossenen Stromkreis über die Fahrzeugkarosserie. In diesem Fall besteht die Gefahr eines elektrischen Schlags/Kurzschlusses. Deshalb sind eine Isolationsüberwachung (mehr dazu hier) sowie der sicherheitsrelevante Potenzialausgleich (mehr dazu hier) ebenfalls typische konstruktive Merkmale eines IT-Stromnetzes.
Zuletzt Aktualisiert am 10.03.2026