Torsten Schmidt, Chefredakteur der KRAFTHAND:
Torsten Schmidt, Chefredakteur der KRAFTHAND:

Auf die Frage, wie es 2021 für Werkstätten mit der AU weitergeht, bekam ich nur ein Achselzucken und die sinn gemäße Aussage, dass derzeit noch nichts klar sei.

Ein Unding

für uns als Redakteure ist die Automechanika unersetzlich, um zu sehen was sich bei den Teileanbietern und Werkstattausrüstern tut und welche aktuellen Trends es gibt. Entsprechend berichten wir in dieser und der nächsten Ausgabe ausführlich über interessante Pro dukte. Fast noch wichtiger ist die Leitmesse in Frankfurt jedoch, um zu erfahren, wohin sich unsere Branche in Zukunft entwickelt und vor allem, um Gespräche mit wichtigen Recherchepartnern, Entscheidern und Verbandsvertretern zu führen. Also mit denen, die als Experten oder Insider bezeichnet werden, wenn sie ihren Namen nicht in der Presse lesen wollen. Oft ist das der Fall, wenn es um heikle Themen geht.

Und so ein heikles Thema ist die Abgasuntersuchung und wie es mit ihr 2021 weitergeht. Wer jetzt denkt, ich möchte auf die dann fällige Partikelmessung hinaus, der irrt. Denn die hier noch offenen Fragen dürften bis dahin sicher geklärt sein, wie mir ein Insider in Frankfurt sagte. Aber das war nicht der einzige Grund, weshalb ich mit ihm fachsimpelte. Vielmehr interessierte mich, ob er wisse, wie es 2021 für Werkstätten weiterginge. Daraufhin bekam ich nur ein Achselzucken und die sinngemäße Aussage, dass derzeit noch längst nicht klar sei, ob Werkstätten dann überhaupt noch Abgasunter suchungen vornehmen dürften.

Zur Erklärung: Wie ich an dieser Stelle im Frühjahr schon einmal geschrieben hatte, dürfen ab 2021 sogenannte beigestellte Prüfungen für die HU – und nichts anderes ist eine AU, wenn sie in einer Kfz-Werkstatt durchgeführt wird – nur noch akzeptiert werden, wenn sie innerhalb eines akkreditierten Systems erfolgen. Mit anderen Worten: Werkstätten brauchen dann eine Akkreditierung, so wie Sachverständige, Ausrüster oder andere Institutionen auch.

Das Problem: Bis jetzt gibt es noch kein Akkreditierungsver fahren für Werkstätten. Zwar hat der ZDK einen Antrag auf Akkreditierung bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) gestellt, jedoch hat man das Gefühl, dass Kfz-Innungen eben wegen einer immer noch fehlenden Lösung die Angelegenheit ungern thematisieren. Denn in vielen Werkstätten und selbst Handwerkskammern ist dieses Problem völlig unbekannt. Ein Unding, wie auch der Insider meinte, vor allem im Hinblick auf künftige Investitionen der Betriebe in die HU. Und wie finden Sie das?

torsten.schmidt@krafthand.de

Schwerpunktthemen dieser Ausgabe:

Aus der Rubrik: Werkstattpraxis
Aus der Rubrik: Praxistipp
Aus der Rubrik: Teile & Systeme
Aus der Rubrik: Automobiltechnik
Aus der Rubrik: Unternehmenspraxis
Aus der Rubrik: Branche
Aus der Rubrik: Recht