(Keine) befristete Cybersecurity

Verbändeallianz gegen Autobauer

Der Schutz vor Cyberangriffen im Auto darf kein Ablaufdatum haben. Bild: HTGanzo – stock.adobe.com

Ein Bündnis rund um den ZDK wehrt sich gegen das vom VDA vorgeschlagene verbindliche Ende aktiver Cybersecurity-Maßnahmen für Pkw. Die Folgen wären gravierend für Kfz-Betriebe und Verbraucher.

Konkret geht es um das vom Verband der Automobilindustrie (VDA) angestrebte verbindliche Ende der Wartung von Cybersicherheitssystemen (EoCSS) im Rahmen der UN-Regelung Nr. 155. So planen deutsche Fahrzeughersteller den Angaben des ZDK zufolge, nach zehn Jahren keine Sicherheits-Updates mehr bereitzustellen, selbst wenn die Fahrzeuge weiter am Straßenverkehr teilnehmen. Diesen Vorschlag hält die Verbändeallianz rund um den ZDK für nicht verantwortbar und weist diesen in einem gemeinsamen Positionspapier entschieden zurück.

Teile der Allianz sind neben dem ZDK der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) und der ADAC sowie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) und der Bundesverband Autoglaser (bv autoglaser). Gemeinsam bündeln sie Werkstattpraxis, Teileversorgung und technische Expertise ebenso wie Verbraucherschutz und Pannenhilfe und fordern im Gegenzug zum Vorschlag des VDA einen lebensdauerorientierten Ansatz. Damit soll die Sicherheit über die gesamte Nutzungsdauer der Fahrzeuge gewährleistet werden – als verbindlicher Bestandteil von Typgenehmigung, Betriebserlaubnis und Verbraucherschutz. Da Fahrzeuge heutzutage digital vernetzte Systeme sind, ende ihre Sicherheit nicht mit einem Stichtag. Cybersecurity muss daher die Realität eines alternden Fahrzeugbestands sowie eines starken Gebrauchtwagenmarkts abbilden, so die Allianz.

Keine befristete Sicherheit

Ohne kontinuierliche Updates und diskriminierungsfreien Datenzugang sehen die Branchenvertreter steigende Kosten, eingeschränkte Reparaturmöglichkeiten und eine wachsende Abhängigkeit von Herstellern. Die praktischen Folgen wären gravierend: Fahrzeuge könnten trotz technischer Fahrtauglichkeit ihre Betriebserlaubnis verlieren oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Sicherheitsrisiken nähmen zu, während gleichzeitig Wartung und Instandsetzung erschwert würden. Der ZDK weist darauf hin, dass zudem kostspielige Aufrüstungen der digitalen Hardware für Fahrzeughalter erforderlich wären, um weiterhin vor Cyberangriffen geschützt zu sein. Dieses Vorgehen würde insbesondere freien Werkstätten die Grundlage für Service und Reparatur entziehen, da Pkw so faktisch frühzeitig aus dem System gedrängt würden.

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