ZF Lenksysteme rangiert Lang-Lkw per Tablet-PC

Rückwärtiges Rangieren: Mit der Rangier-App ist dies laut ZFLS leicht. Vor Fahrtbeginn wählt der Bediener in der App die gewünschte Fahrtrichtung und -geschwindigkeit. Zum Rückwärtsfahren berührt er dann auf dem Tablet-Display den Anhänger mit dem Finger und der Lang-Lkw setzt sich in Bewegung. Foto: ZFLS

Im Nutzfahrzeug-Bereich sind Effizienz und Automatisiertes Fahren weiter im Trend. Das elektro-hydraulische Lenksystem ZF-Servotwin von ZF Lenksysteme (ZFLS) bietet aufgrund seiner elektronischen Schnittstelle die Möglichkeit, Assistenzfunktionen im Nutzfahrzeug zu realisieren.

Der Prototyp ‚Innovation-Truck‘ von ZFLS in Form eines Lang-Lkw soll Unternehmensangaben zufolge einen Blick in die Zukunft der Nutzfahrzeug-Branche ermöglichen. Das elektro-hydraulische Lenksystem Servotwin und die selbst entwickelte Steuerungssoftware für mobile Endgeräte von ZFLS stellen dabei die Schlüssel-Technologien dar, um Nutzfahrzeuge automatisiert betreiben zu können.
Rangieren per App
Der ‚Innovation-Truck‘ war auf der IAA Nutzfahrzeuge zu sehen. Der Lang-Lkw von 25,25 Metern Länge wurde auf der Freifläche per App manövriert. Zu diesem Zweck wurde der 2013 von ZFLS vorgestellte Pkw-Rangier-Assistent auf schwere Nutzfahrzeuge übertragen. Der Unterschied: das Lkw-Gespann verfügt über zwei Knickwinkel. Hinter dem Auflieger ist ein weiterer Anhänger angekuppelt. Dadurch gestaltet sich das rückwärtige Rangieren des Eurocombis ‚von Hand‘ in der Praxis schwierig. Mit der Rangier-App vollzieht sich dies laut ZFLS dagegen leicht.
Vor Fahrtbeginn wählt der Bediener in der App die gewünschte Fahrtrichtung und -geschwindigkeit. Zum Rückwärtsfahren berührt er dann auf dem Tablet-Display den Anhänger mit dem Finger und der Lang-Lkw setzt sich in Bewegung. Um das Gespann zu lenken, zieht der Bediener den Anhänger in die gewünschte Richtung und der Rangier-Assistent regelt alles weitere automatisch. Ist das Ziel erreicht, nimmt der Bediener den Finger vom Tablet und der Lang-Lkw bleibt stehen. Das Vorwärtsfahren funktioniert analog dazu per Fingerbefehl auf die Zugmaschine. In der Praxis könnte dieser Rangier-Assistent auf Betriebshöfen und in Speditionen jährliche Schäden in Millionenhöhe verhindern, betont ZFLS.