ZF auf der IAA 2014: Möglichkeiten zur Vernetzung von Einzelsystemen

IAA-Premiere: Der Innovation Truck von ZF lässt sich bequem per Tablet-Fernsteuerung sowie lokal emissionsfrei rangieren.

Um die stetig wachsenden Anforderungen – ob seitens der Flottenbetreiber, des Gesetzgebers oder der Trucker – erfüllen zu können, müssen sich Lkw und Busse zudem immer wirtschaftlicher, sparsamer und umweltfreundlicher sowie sicherer und komfortabler bewegen lassen. ZF möchte dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen. Womit genau, zeigt das Unternehmen auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 25. September bis 2. Oktober 2014 in Halle 17, Stand B17.

Aus der Vernetzung von Einzelsystemen können völlig neue Funktionen entstehen. Dies soll der ZF Innovation Truck bei seiner Messepremiere auf der IAA 2014 zeigen: In diesem Lkw-Prototypen ist die Hybridversion des automatischen Getriebesystems Tra-Xon mit der Überlagerungslenkung Servotwin von ZF Lenksysteme und Telematiklösungen von Openmatics kombiniert. So lässt sich der inklusive Auflieger und Anhänger mehr als 25 Meter lange Lastzug via Tablet-Fernsteuerung rangieren – und das lokal emissionsfrei, weil dann ausschließlich der E-Motor des Hybridsystems aktiv ist.

Wie wichtig derartige Assistenzfunktionen in kommenden Fahrzeuggenerationen sein können, unterstreicht laut ZF die zweite Zukunftsstudie des Unternehmens mit dem Titel ‚Fernfahrer‘, die das Unternehmen gemeinsam mit Partnern in Hannover diskutiert. Sie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass sich die Logistikbranche in Zukunft stärker industrialisiert. Angesichts des jetzt schon spürbaren Fahrermangels werden sich die Trucker daher künftig stärker auf das eigentliche Fahren konzentrieren. Die Be- und Entladezeiten an der Rampe müssen dann von der eigentlichen Fahrertätigkeit entkoppelt werden.

Die Effizienzpotenziale im Lkw heben
Als jüngste Entwicklung in der Nfz-Antriebstechnik präsentiert ZF auf der IAA 2014 in Hannover das modulare, automatische Getriebesystem Tra-Xon. Dieses ist laut ZF besonders vielseitig und bietet erstmals ein Doppelkupplungs- und Hybridmodul für schwere Lkw. Einen zusätzlichen Mehrwert für Kunden generiert der Technologiekonzern aus seiner umfassenden Elektronikkompetenz. Mit intelligenten Schaltstrategien wie beispielsweise Pre-Vision GPS für Tra-Xon kennt das Getriebe den kommenden Streckenverlauf und wählt die Gänge genauso vorausschauend wie ein Fahrer auf seiner Stammroute. Darüber hinaus nutzt ZF sein Know-how bei Elektrik und Elektronik für effiziente, hybridisierte Lkw-Antriebe sowie für aktive Fahrwerksysteme wie CDC 1XL.
Quer durch das Lkw-Produktportfolio setzt ZF auf Leichtbau – mit besonderem Fokus auf das Fahrwerk. Mit kompletten Vorder- und Hinterachsen, Lenkern sowie Dämpfermodulen und -systemen von ZF lässt sich schon heute das Gewicht von Nutzfahrzeugen senken. So spart alleine die neue Einzelradaufhängung IS 80 TF für schwere Lkw gut 40 Kilogramm gegenüber einer aktuellen, lenkergeführten Luftfeder-Starrachse ein. Speziell beim Fahrwerk wirkt sich eine ‚Diät‘ schließlich in mehrfacher Hinsicht positiv aus: Ein geringeres Lkw-Leergewicht erhöht zum Beispiel die Ladekapazität, während weniger ungefederte Massen den Komfort steigern und den Lagerverschleiß reduzieren. Zudem kann ZF-Leichtbautechnologie jenes Mehrgewicht kompensieren, das die für die Euro 6-Norm benötigten Zusatzkomponenten verursachen.

Moderne Bustechnik sichert Mobilität
Der anhaltende Trend zur Urbanisierung lässt die Umwelt- und Lärmbelastung in Großstädten rund um den Globus steigen. Umso mehr sind Konzepte für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gefragt. ZF-Technologie trägt dazu bei, diese wirtschaftlich zu realisieren: So macht beispielsweise das Automatgetriebe ZF-Eco-Life die Busse sowohl kraftstoffsparender als auch leiser.
Um in effizienten Bus Rapid Transit (BRT)-Systemen mit separaten Busspuren eingesetzt zu werden, benötigen Transportmittel zudem fortschrittliche Niederflurachsen. Hier zählen die vorderen Einzelradaufhängung RL 82 EC und die hintere Elektroportalachse AVE 130 von ZF zum Benchmark: Die ZF-Fahrwerktechnik ermöglicht hier einen durchgängig ebenen, barrierefreien Fahrzeugboden und geringe Flurhöhen.

Zusätzliche Vorteile erwachsen aus der Telematik-Lösung Openmatics von ZF. Transportunternehmen können diese herstellerunabhängig in Bussen und Lkw aller Art einsetzen – und dank des App-Konzepts beliebig um Anwendungen – sogar selbst entwickelte – erweitern. Die neueste Openmatics-App nennt sich „Profi Driver“: Sie ermöglicht ein proaktives Fahrertraining und trägt folglich wesentlich dazu bei, sowohl den Flottenverbrauch als auch den Fahrzeugverschleiß und die Wartungskosten zu senken. Mit der Anwendung ‚Driving Times‘ gelingt es Disponenten indessen, drohende Fahrer-Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten frühzeitig zu identifizieren – und vorbeugend gegenzusteuern.