MAN: 10 Jahre Extra-Traktion mit dem Hydro-Drive

Weiterführende Information: Zum MAN-Hydro-Drive gibt es ein neues Webspecial. Der Link am Ende des Fließtextes führt direkt dorthin. Foto: MAN

2005 konnte MAN erstmals den Wunsch nach mehr Traktion an der Vorderachse ‚auf Knopfdruck‘ erfüllen: Mit dem MAN-Hydro-Drive bediente das Unternehmen Kunden, die in manchen Fahrsituationen zusätzliche Traktion an der Vorderachse benötigen, ohne gleich einen Allrad-Lkw kaufen zu wollen.

MAN bietet nach eigenen Angaben die größte Hydro-Drive-Fahrzeugbandbreite am Markt mit sechs Radformeln und zwei Bauhöhen an, vom Zweiachser bis zum Vierachser in den Baureihen TGS und TGX.
Häufige Einsatzbereiche sind Feuerwehrfahrzeuge, Abfallsammelfahrzeuge, Baufahrzeuge oder auch Tankfahrzeuge, die auch bei widrigen Wetterbedingungen und in bergigem Terrain sicher ankommen müssen oder beim Arbeiten auf unbefestigten Waldwegen mit einem Holztransporter.

Aufgeweichte Wege
Wenn Regen die Wege aufgeweicht hat, reicht der Heckantrieb alleine manchmal nicht aus, vor allem wenn der Lkw unbeladen ist und die Hinterachse nicht die volle Traktion aufbauen kann. Das Ein- und Ausfahren bei unbefestigten Baustellen mit einem Baustoff-Lieferfahrzeug, Kippsattelzug oder Transportbetonmischer ist ein solches Beispiel. Ein Hydro-Drive-Lkw fährt sich in solchen Situationen im Kiesgruben-Alltag nicht fest. Dem Fahrer bleibt zudem das Aussteigen und Freischleppen bei schlechtem Wetter erspart.

Im Vergleich zu einem Lkw mit klassischem Allradantrieb wiegt ein Hydro-Drive-Lkw rund 400 Kilogramm weniger. Dies bedeutet, dass Hydro-Drive-Fahrzeuge entsprechend mehr Nutzlast transportieren können. Ein Lkw mit MAN Hydro-Drive erweitert also den Einsatzbereich von Straßenfahrzeugen und macht daher für manche Unternehmer die Anschaffung eines zusätzlichen, allradgetriebenen Lkw überflüssig.

Geringe Bauhöhe und hervorragender Wendekreis
Als einziges Allradsystem kann der MAN-Hydro-Drive auch Lkw normaler und mittelhoher Bauhöhe mit Vorderachs-Traktion versorgen. Der Vorteil ist, dass bestimmte Fahrzeuge so überhaupt erst mit Allradantrieb realisierbar sind: Beispielsweise für Containeraufbauten, in denen Stehhöhe erforderlich ist, also beispielsweise bei Wechselladerfahrzeugen der Feuerwehr oder des Katastrophenschutzes. Denn nur bei normalhoher Fahrzeugbauart können solche hoch bauenden Wechselaufbauten innerhalb der gesetzlichen Höhenbeschränkung transportiert werden. Eine normale Bauhöhe bedeutet auch einen bequemen Einstieg und einen tiefen Fahrzeugschwerpunkt und damit optimale Fahrstabilität.

Ein weiterer Vorteil ist die Wendigkeit: Ein Hydro-Drive-Lkw hat einen geringeren Wendekreis als ein Fahrzeug mit mechanischem Vorderachs-Antrieb. Dies ist beispielsweise für Feuerwehrfahrzeuge, die damit in einem Zug wenden können, ein wichtiges Plus.

Steigungen sicher meistern
Der MAN-Hydro-Drive treibt die Vorderräder über je einen hydrostatischen Motor pro Rad an. Dieser wird von einer Hydraulikpumpe mit bis zu 420 bar Druck gespeist. Der Antrieb lässt sich auch während der Fahrt und unter Last bequem per Drehschalter aktivieren – so kann der Fahrer ohne anzuhalten Steigungen sicher meistern. Die zusätzliche Traktion steht auch beim Rückwärtsfahren und im Schubbetrieb zur Verfügung. Dies erhöht zum einen die Bremsleistung der Dauerbremssysteme – insbesondere des MAN Pri-Tarders. Zum anderen verbessert es deutlich die Lenkbarkeit des Fahrzeugs auf rutschigem Untergrund und damit die Fahrsicherheit.

Weiterhin haT das System zwei Vorteilen für Aufbauhersteller, die beispielsweise Kippaufbauten auf dem Hydro-Drive-Chassis realisieren: keine über die Rahmenoberkante überstehenden Bauteile und eine große Auswahl an verfügbaren Nebenabtrieben. Über den MAN-Hydro-Drive informiert ausführlich ein Webspecial.