

BRV: Positive Entwicklung beim Absatz von Lkw-Reifen, bei Runderneuerten muss endlich gehandelt werden.
Rund 46,6 Millionen Pkw-, Transporter-, LLkw- und Lkw-Reifen wurden im Jahr 2025 im Reifenersatzgeschäft in Deutschland verkauft. Das berichtete jetzt der Bundesverband Reifen- und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) in seiner aktuellen Auswertung zum Reifenersatzgeschäft 2025. Im Durchschnitt entspricht dies einem Rückgang von 1,9 Prozent über alle alle Produktgruppen gegenüber dem Vorjahr. Die Absatzentwicklung bei Lkw-Reifen entwickelte sich positiv. Runderneuerte Lkw-Reifen gehen anteilig aufgrund von Billigimporten erneut zurück. Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) setzt sich nachhaltig für das Thema Kreislaufwirtschaft ein. Das aktuelle Greenpaper 2026 zu den Potenzialen ist untenan zu finden. (Hier ist die Gesamtübersicht der Absatzentwicklung über alle Segmente 2025 zu finden).
Lkw-Reifen + 2,4 Prozent über Vorjahr
In der Gesamtbetrachtung erfreulich war laut BRV die Absatzentwicklung im Segment Lkw-Reifen. Mit gut 2,5 Mio Einheiten lag die Verkaufsmenge im Schnitt beider Produktgruppen dieses Segments (Neureifen und runderneuerte Reifen) um 29.000 Stück über der Erwartung und damit um 2,4 Prozent über Vorjahr. Neureifen waren in diesem Segment jedoch erneut deutlich stärker nachgefragt als runderneuerte: Während die verkaufte Menge an neuen Lkw-Reifen auf Basis des Vorjahres 2025 um 3,8 Prozent stieg, gab es bei runderneuerten Lkw-Reifen ein Absatzminus von 1,7 Prozent.

Das kumulierte Plus im Lkw-Neureifenbereich ergab sich auch erst aus den Verkaufsergebnissen im letzten Quartal des Jahres: Während die Absatzzahlen bis Ende August stark im Minus gelegen hatten, gab es zwischen Oktober und Dezember eine regelrechte Aufholjagd mit Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr, primär im Premium-Segment. Grund hierfür war die späte Klarheit über die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Förderprogramms „Umweltschutz und Sicherheit“ des BALM. Im Rahmen dieses Programms können Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen auf Antrag finanzielle Zuschüsse des Bundes für Investitionen erhalten, mit denen sie Sicherheit und Umweltschutz fördern. Auch der Kauf von Reifen wird unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst. Durch den nach der späten Freigabe der Fördermittel erst zum Jahresende einsetzenden ‚Run‘ auf Lkw-Reifen könnte allerdings die Nachfrage im laufenden Geschäftsjahr leiden, befürchtet der Reifenfachverband. „Wir gehen von einem ‚Vorkaufeffekt‘ aus, der sich negativ auf den Absatz 2026 auswirken dürfte“, so Michael Schwämmlein.
Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) ist der bundesweit tätige Fachverband des deutschen Reifengewerbes. Mit seinen rund 2.000 Mitgliedern und deren insgesamt 3.100 Outlets ist er ein starker Interessenvertreter der spezialisierten Reifenhandels- und -handwerksbetriebe in Deutschland. Darüber hinaus gehören etwa 140 Fördermitglieder dem BRV an.
Rückgang bei Runderneuerten
Den anhaltenden Absatzrückgang im Bereich der runderneuerten Nutzfahrzeugreifen führt der BRV unter anderem auf einen weiteren Zuwachs preisgünstiger Neureifenimporte aus dem asiatischen Raum zurück. Runderneuerte Reifen sind diesen zwar oft in Sachen Qualität und hinsichtlich der Nachhaltigkeit weit überlegen, aber vielfach dominiert bei der Kaufentscheidung der Preis.
Die erhoffte und unter Umweltgesichtspunkten (Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft) verdiente Unterstützung der Politik für die vorwiegend mittelständisch strukturierte Runderneuerungsbranche bleibt aus, im vergangenen Jahr haben erneut zwei Runderneuerungsunternehmen in Deutschland ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Folge: Das Verhältnis der Absätze im Nutzfahrzeugreifensegment hat sich 2025 weiter zugunsten von Neureifen verschoben.
Die Reifenrunderneuerung ist ein Paradebeispiel für funktionierende Kreislaufwirtschaft.
War 2024 noch etwa jeder vierte verkaufte Lkw-Reifen runderneuert, ging der Anteil (nach 27 % im Jahr 2023) auf jetzt 24,5 % zurück. Zu Unrecht, wie der BRV, in dem auch die Runderneuerer in Deutschland organisiert sind, nicht müde wird zu betonen. Denn mit deutlich verringertem Rohstoffverbrauch und CO2-Ausstoß im Vergleich zur Neureifenproduktion ist die Reifenrunderneuerung ein Paradebeispiel für funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Die Politik muss handeln!
Unter anderen setzt sich die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) setzt sich für eine klimafreundliche Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa ein. Neureifen sollen möglichst nachhaltig hergestellt, Altreifen durch Runderneuerung, Reparatur oder Recycling im Wertstoff-Kreislauf gehalten werden. Tatsächlich braucht es mehr Gehör in der Politik und endlich entsprechende Rahmenbedingungen zur Förderung der Runderneuerung und des Recyclings.
Aktuelles Greenpaper von AZuR
Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) hat zudem kürzlich eine aktualisierte Fassung ihres Greenpapers zum Status der Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa veröffentlicht. 32 Seiten stellen die ökologischen und ökonomischen Potenziale von Runderneuerung, Reparatur, Nachprofilierung, mechanischer und chemischer Reifenverwertung dar. Hier finden Sie das aktuelle Greenpaper.












