Nur die Hälfte aller Lkw-Fahrer legt den Sicherheitsgurt an

Eines der wichtigsten Sicherheitssysteme: Seit 2006 gilt die Gurtpflicht in der EU für Pkw und Lkw. Foto: Volvotruck

Der Sicherheitsgurt verdoppelt die Überlebenschancen bei einem schweren Verkehrsunfall. Dennoch entscheidet sich die Hälfte aller Lkw-Fahrer dafür, den Sicherheitsgurt nicht anzulegen. Volvo Trucks möchte etwas daran ändern. ‚Wenn mehr Verkehrsteilnehmer den Sicherheitsgurt anlegten, könnten jährlich allein in der EU mehr als 7.000 Menschenleben gerettet werden. Berufskraftfahrer sollten hier als Vorbild dienen‘, meint Carl Johan Almqvist, Leiter des Bereichs Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks.

Die Chancen, einen schweren Verkehrsunfall zu überleben, sind doppelt so hoch, wenn der Fahrer oder ein anderer Fahrzeuginsasse den Sicherheitsgurt angelegt hat. Dies ist beispielsweise aus dem jüngsten WHO-Bericht mit dem Titel „Globaler Statusbericht zur Verkehrssicherheit 2013" ersichtlich.
Der Bericht hebt ein verstärktes Anlegen des Sicherheitsgurts als einen entscheidenden Faktor zur Erhöhung der Verkehrssicherheit hervor. In 111 Ländern ist das Anlegen des Sicherheitsgurts heute gesetzlich vorgeschrieben. Seit 2006 gilt die Gurtpflicht in der EU für Pkw und Lkw.
‚In den vergangenen Jahren legen immer mehr Lkw-Fahrer den Sicherheitsgurt an, und dennoch kommt er bei weniger als der Hälfte der Fahrer zum Einsatz. Und das trotz der Tatsache, dass sowohl unsere eigenen als auch andere europäische Forschungsprojekte gezeigt haben, dass mindestens 50 Prozent der Lkw-Fahrer, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, angeschnallt überlebt hätten. Von allen Lkw-Fahrern, die in tödliche Unfälle verwickelt waren, hatten nur fünf Prozent den Sicherheitsgurt angelegt‘, führt Carl Johan Almqvist aus.
Umfrage unter 700 Lkw-Fahrern
Eine Umfrage der schwedischen Verkehrssicherheitsorganisation NTF, basierend auf Beobachtungen von mehr als 700 Lkw-Fahrern und Interviews mit mehr als 200 von ihnen zwischen 2011 und 2013, bestätigt dieses Bild. Die meisten sagten, sie legten den Gurt in einem Pkw an, doch nur die Hälfte täte dies hinter dem Steuer ihres Lkw. Als Grund wurde unter anderem angeführt, dass es schwierig, unbequem oder zeitaufwändig sei, sich an- bzw. abzuschnallen. ‚Bedenkt man, dass der Sicherheitsgurt den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen kann, sind diese Entschuldigungen nicht besonders stichhaltig‘, so Almqvist.