Michelin ruft den X Multi Z und den X Line Energy in den Dimensionen 355/50 R 22.5 (Produktionszeitraum 2023 bis DOT-Woche 8 - 2025) zurück. Bild: Michelin
Rad/Reifen/Bremse

Michelin und Yokohama rufen Lkw-Reifen zurück

Zwei Rückrufaktionen sind derzeit in der Reifenindustrie in Hinblick auf Lkw zu verzeichnen. Betroffen sind Lkw-Reifen der beiden Hersteller Michelin und Yokohama. Um welche Reifen, um welche Schäden und mögliche Auswirkungen handelt es sich?

Rückruf Michelin

Bei Michelin sind die Lkw-Reifen X Multi Z (CAI 124164) und X Line Energy (CAI 928196) in der Dimension 355/50 R 22.5 betroffen. Es handelt sich dabei um Reifen aus dem Produktionszeitraum ab 2023 bis zur DOT-Woche 8 im Jahr 2025. Bei diesen Reifen könne es laut Michelin unter Umständen zu einem umlaufenden Riss in der Seitenwand im Bereich des Barcode-Feldes kommen, der zu einem schnellen Druckverlust führen kann.

Der Rückruf sei laut Michelin eine proaktive Maßnahme. Bisher sei bei keinem Produkt ein Druckverlust aufgetreten. Die Produktion des oben genannten Zeitraums umfasst 47.065 Reifen, die hauptsächlich in 32 Ländern Europas und in Neuseeland verkauft werden. Nach einer Beurteilung von Michelin könnten maximal 470 Reifen betroffen sein.

Rückruf Yokohama

Bereits im Dezember 2025 hat Yokohama Europe im Rahmen seiner regelmäßigen Marktbeobachtung und Routinekontrollen bei Kunden ein produktbezogenes Problem festgestellt, welches das Modell 126S und die Reifengröße 385/55R22.5 126S betrifft. Betroffen sind Reifen, die zwischen 1. Januar 2023 und 4. Oktober 2025 hergestellt wurden, davon 3.078 Stück in Deutschland und 15.216 Stück EU-weit.

Der Grund für den Rückruf: Die betroffenen Reifen wurden möglicherweise mit einer unregelmäßigen Geometrie im Seitenwandbereich (Schulterbereich) des Reifens hergestellt. Unter bestimmten Betriebsbedingungen kann diese Abweichung zur Bildung eines Risses im Schulterbereich führen. Wenn der Reifen weiter verwendet wird, kann sich dieser Riss bis zur Karkasse ausweiten. In seltenen Fällen kann dies zu einem allmählichen Luftdruckverlust führen, der einen Reifenschaden zur Folge haben kann.

Yokohama Europe hat eigenen Angaben zufolge umgehend proaktive Maßnahmen ergriffen und ein freiwilliges Austauschprogramm (Rückrufaktion) gestartet. Im Rahmen dieses Programms hat das Unternehmen direkt Kontakt zu den betroffenen Kunden – Tochtergesellschaften/Vertriebspartnern und Händlern – aufgenommen und ihnen die für ihre Bedürfnisse am besten geeignete Lösung angeboten. Yokohama betont, dass es bis heute zu keinen Vorfällen oder Ereignissen gekommen ist, die eine Gefahr für Personen oder Sachwerte dargestellt hätten.