Comfort-Booster: Die Schaltung sorgt dafür, dass die Kühlkette stets Vorrang hat. Erst wenn alle Strom-Abnehmer versorgt sind, wird die verfügbare Leistung an die Lkw-Batterie abgegeben. Bild: Georg Blenk
Der Comfort-Booster von NEGUS

Intelligenter Strom-Lieferant

Mit dem Comfort-Booster hat die Firma NEGUS auf der IAA-Transportation 2026 eine Lösung vorgestellt, um die Bordbatterie der Zugmaschine zu entlasten und die Kühlung, Heizung oder Stromversorgung für die Fahrerin oder den Fahrer in der Kabine auch in Standzeiten sicherzustellen. Energiespender ist das Kühlaggregat des Kühlaufliegers, welches ohnehin zur Aufrechterhaltung der Kühlkette in Betrieb ist. Im Zweifel ist kein Start des Lkw-Motors mehr notwendig, um die Bordbatterie zu laden.

Alexander Gucz auf der IAA-Transportation 2026 in Hannover. Bild: Georg Blenk

Ohne zusätzliche Energiequelle stünden dem Fahrer beim Abstellen des Fahrzeugs laut Alexander Gucz, Geschäftsführer der NEGUS CB GmbH häufig nur 60-70 Prozent Batteriekapazität zur Verfügung. Da moderne AGM-Batterien aus Sicherheitsgründen nur bis zirka 40 Prozent entladen werden dürfen, ist die nutzbare Energie stark begrenzt. Dies führe laut Gucz dazu, dass nach wenigen Stunden die Verbraucherschutz-Abschaltung eingreift, die Komfort- und Versorgungsgeräte werden nacheinander deaktiviert. Um Kühlung, Heizung oder Stromversorgung sicherzustellen, bleibt oft nur das Starten des Lkw-Motors, was zu einer unnötigen, teils unzumutbaren Lärm- und Emissionsbelastung führt. Die Vorteile für den Fahrer sind dauerhaft stabil geladene Bordbatterien, keine Tiefentladung und ein durchgehend abgesicherter Betrieb der Standklimaanlage, der Heizung oder des Kühlschranks.

 

„Durch den Wegfall nächtlicher Motorläufe und die Sicherstellung einer ausgeglichenen Schlaf- und Ruhephase entsteht nicht nur ein positiver Effekt für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit des Fahrers oder der Fahrerin“, so Alexander Gucz. Hinzu komme laut Gucz eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 2.000 Litern pro Jahr. So amortisiere sich der Comfort-Booster in kurzer Zeit.

So funktioniert´s

Das Kühlaggregat des Aufliegers erzeugt kontinuierlich elektrische Energie über einen integrierten, kraftstoffbetriebenen (Drehstrom-) Generator. Schließlich muss die Temperatur im Innenraum des Kühlaufliegers konstant gehalten werden, egal ob während der Fahrt oder im Stand. Über eine von NEGUS entwickelte Vorrangschaltung wird – nach vollständiger Versorgung aller Kühlfunktionen – die dann verfügbare Energie geregelt in die Bordbatterien der Zugmaschine eingespeist. Dadurch werden die Batterien der Zugmaschine sowohl während der Fahrt als auch im Stand bis nahezu 100 Prozent State of Charge (SoC) geladen. Die Lösung nutzt ausschließlich die vorhandene Energieerzeugung. Ein Eingriff in das Motormanagement der Zugmaschine ist laut Gucz nicht erforderlich. Der Comfort-Booster ist kompatibel mit Diesel-, Elektro- und Brennstoffzellenkühlern, die Ladung der Lkw-Batterie erfolgt während der Fahrt unabhängig vom Lkw-Generator. Bei laufendem Kühlaggregat erfolgt im Stand und ohne lauten und emissionsbehafteten Motorlauf der Zugmaschine eine kontinuierliche Nachladung der Bordbatterie – laut Gucz Hersteller- und kühlerunabhängig

 

Einfache Kabelführung vom Trailer zur Zugmaschine. Die Nachrüstzeit, inklusive Montage der Anschlusskonsolen mit Stecker und des eigentlichen Comfort-Boosters beträgt ungefähr drei Stunden. Bild: Georg Blenk

Auch für E-Lkw geeignet

Aktuelle Messparameter: Der Kühlgenerator am Trailer liefert aktuell 13,7 V, die Spannung der Lkw-Batterie liegt bei 27,4 V, der gelieferte Strom bei 11,1 A. Screenshot: NEGUS

Auch für batterieelektrische Lkw sei der Comfort-Booster in Verbindung mit einem Kühlauflieger von Vorteil, so Gucz. Jeder elektrische Truck verfügt auch über zwei 12 Volt Batterien um die Stromversorgung des Niedervolt-Bordnetztes sicherzustellen. „Die Batterien werden durch die Hochvoltbatterien geladen und reduzieren damit während der Fahrt die Reichweite.“ Gucz hat den Comfort-Booster bereits patentieren lassen. Im Feldbetrieb hat er sich bereits mehrfach bewährt – der Mehrwert läge auf der Hand so Gucz.

Den Beitrag finden Sie auch in der Print-Ausgabe 4-2026 der Krafthand-Truck.