Die HPD-Motorbremse von Jacobs Vehicle Systems

Herz der Jacobs HPD-Motorbremse ist eine spezielle Zweitakttechnologie. Die HPD liefert zwei Bremsvorgänge pro Nockenrotation. Bild: Jacobs

Hundert Prozent mehr Bremskraft als eine herkömmliche Dekompressionsbremse verspricht der amerikanische Bremsenspezialist Jacobs Vehicle Systems, einer der führenden Hersteller von Bremssystemen für Hochleistungs-Dieselmotoren und Ventilsteuerungsmechanik und Erfinder der legendären Jake brake-Motorbremse.

Das verpricht er für seine jüngste Entwicklung: die HPD-Motorbremse. HPD bedeutet High Power Density, was auf neudeutsch so viel heißt wie hohe Leistungsdichte.

Nach Unternehmensangaben erreicht das HPD-System bereits bei 1.400/min eine vergleichbare Leistung wie bisherige Motorbremsen bei 2.100/min. Über den gesamten Betriebsbereich des Motors soll das neuartige System sogar die eineinhalbfache Bremsleistung einer herkömmlichen Dekompressionsbremse ermöglichen und bei niedrigen Drehzahlen mehr als die doppelte Bremsleistung hervorbringen. Damit sollen Diesel- und Erdgasmotoren mit kleinem und mittlerem Hubraum eine ähnliche Bremsenergie erhalten wie Motoren mit großem Hubraum. „Damit könnte die HPD-Bremse in Zukunft eine echte Alternative zum Retarder darstellen“, hoffen die Entwickler.

Antrieb, die HPD-Bremse zu entwickeln, waren dem Bremssystemspezialisten zufolge einerseits Branchentrends wie Downspeeding (Fahren bei niedrigen Drehzahlen) und Downsizing (Reduzierung des Hubvolumens), aber auch die Forderungen der Motorenentwickler nach einer höheren Motorbremsleistung bei niedrigeren Motordrehzahlen. Darüber hinaus komme der Motorbremsleistung ein immer höherer Stellenwert zu, da die Hauptstrategien, die Kraftstoffeffizienz zu verbessern, zwangsweise den Basiswiderstand des Fahrzeugs, der aus Luftwiderstand, Motor, Antriebsstrang und Rollwiderstand der Reifen resultiert, immer weiter verringern.

Und weil die HPD-Motorbremse auf bewährter Technik und Standardkomponenten basiert und dadurch nur den Bruchteil einer hydraulischen Dauerbremse kosten soll, soll sie sich durchschnittlich in sechs Monaten amortisieren. Bei einer hydraulischen Dauerbremse sei dies durchschnittlich erst nach zweieinhalb Jahren der Fall, so der Hersteller.