

Neuer Tester aus Fernost
Präzise Diagnosen, schnelle Ergebnisse, aktuelle Software, eine hohe Fahrzeugabdeckung, technischer Support – und das idealerweise auf OE-Niveau zu bezahlbaren Preisen, inklusive eines möglichst hindernisfreien Zugangs zu vom Hersteller gesperrten Steuergeräten: Die Wunschliste ist lang und die Ansprüche freier Nutzfahrzeugprofis an ein universell einsetzbares, mehrmarkenfähiges Nutzfahrzeug-Diagnosesystem sind hoch. Teilten sich bislang eine überschaubare Zahl überwiegend europäische Diagnosespezialisten den Markt, stehen mittlerweile auch fernöstliche Anbieter in den Startlöchern. So auch der chinesische Anbieter AUTEL.
Nfz-Diagnose kann nicht jeder
Immer wieder haben in der Vergangenheit etablierte Anbieter von Pkw-Diagnosesystemen, Zulieferer und Systemspezialisten, aber auch Nutzfahrzeug-Teilehändler versucht, ihren Fuß in die Tür des Nutzfahrzeug-Diagnosegeschäfts zu bringen. Die Zahl derer, die es bislang auf Dauer tatsächlich geschafft haben, ist überschaubar. Vor allem, wenn es ‚echte‘ Mehrmarkenspezialisten sind, zu deren Portfolio beispielsweise auch die tiefergehende Diagnose und Parametrierung von Trailersystemen und Nebenantrieben gehört. Immer öfter ist auch der einfache Zugriff auf vom Hersteller zugangsgesperrter Steuergeräte ein wichtiges Thema. Hinzu kommt die aufstrebende E-Mobilität. Regelmäßige Updates, sowohl bei Fahrzeug- und Systemherstellern, Modellen, Systemen und Funktionen und ein guter Support im Hintergrund, sind deshalb für Nutzfahrzeug-Profis existenzielle Entscheidungskriterien.
AUTEL Maxisys MS909CV

Mit dem Maxisys MS909CV möchte der chinesische Anbieter AUTEL jetzt etablierten Lkw-Diagnosespezialisten wie Bosch, Cojali (Jaltest), TEXA, WabcoWürth oder ZF Konkurrenz machen. Der Spezialist für Teile- und Werkstattausrüstung Herth+Buss mit Sitz in Heusenstamm bei Frankfurt ist seit Anfang 2022 ‚AUTEL Premium Partner‘ und für den Vertrieb und den Kundensupport in der DACH-Region verantwortlich.
Den Produktinformationen zufolge handelt es sich beim Maxisys MS909CV um eine professionelle Diagnoselösung für leichte, mittlere und schwere Nutzfahrzeuge. Die Diagnosesoftware läuft auf einem 9,7-Zoll-Tablet und deckt über 80 Hersteller und deren Modelle ab (darunter DAF, MAN, Volvo, Mercedes, Scania, Renault und Iveco). Dabei bezieht sich die Herstellerabdeckung auf den internationalen Markt. Zahlreiche Fahrzeugmarken und -modelle sind daher für europäische und deutsche Nutzfahrzeugwerkstätten weniger relevant.
Funktionsumfang
Das Diagnosetool kommuniziert via Bluetooth mit dem nach ‚J2534‘ Pass-Thru-fähigen Fahrzeugkommunikations-Interface (VCI). Eine intuitiv zu handhabende Bedienoberfläche unterstützt den Nfz-Profi bei der Arbeit. Erweiterte Diagnosefunktionen wie die schnelle Autoscan- und VINscan-Funktion ermöglichen laut Herth+Buss für die rasche Erkennung relevanter Fahrzeugsysteme. Hinzu kommen eine übersichtliche Modultopologie und eine umfassende Datenanzeige. Unplausible Fehlercodes lassen sich mit Hilfe zahlreicher Aktuatorentests begleitend überprüfen. Dadurch gelangt man Herth+Buss zufolge zu einem sicheren Diagnoseergebnis. Das Unternehmen hebt, was den Funktionsumfang der Software angeht, auch die Möglichkeit der dynamischen Kalibrierung von ADAS-Systemen hervor. Ferner soll Dank des von AUTEL entwickelten integrierten Cloud-basierten Report-Managements nicht nur die Dokumentation, sondern insbesondere auch die Weiterverarbeitung der Diagnosedaten per Mobilgerät, Tablet oder PC-Browser jederzeit möglich sein.
Zubehörpaket
Wie schon von den Pkw-Diagnosetools her bekannt, liefert Herth+Buss auch das AUTEL Maxisys MS909CV mit einem umfangreichen Zubehörpaket aus. Neben einem Multimeter (inklusive Stromzangen und Krokodilklemmen) gehört das ‚MaxiBAS B200‘, ein Testgerät für Starter- und Versorgungsbatterien sowie von Start- und Ladesystemen dazu. Eine Remote-Diagnose-Funktion sei in Vorbereitung. Im Übrigen: Neben den gängigen Modellen der ‚Big Seven‘ lassen sich mit dem Maxisys MS909CV auch Trailersysteme von Knorr-Bremse, Haldex und Wabco überprüfen.
Fazit
Auf den ersten Blick und gemessen an den Produktinformationen könnte es sich beim Maxisys MS909CV um eine interessante Alternative zu den bewährte Diagnosetools handeln, speziell für Nutzfahrzeugbetriebe, die Ausschau nach einem leistungsfähigen Zweitgerät halten. Ein kleiner Wermutstropfen soll allerdings nicht unerwähnt bleiben: wie bei allen AUTEL-Tablets, so spiegelt auch bei der Nfz-Lösung unter ungünstigen Blickwinkeln das Hochglanzdisplay vergleichsweise stark.
Seitenblick: RDKS-Programmiergerät für Nfz

Für den Nfz-Reifenservice bietet Herth+Buss das kabellose ITS600CV RDKS-Programmier- und Servicegerät von AUTEL an. Das Android-basierte Gerät ermöglicht die Arbeit mit dem Reifendruck-Kontrollsystem inklusive OBD-Anlernvorgängen und das Auslesen des RDKS-Fehlerspeichers. Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen. Durch das 5,5-Zoll-Farbdisplay und eine Bluetooth-Fahrzeugkommunikationsschnittstelle ist das ITS600CV mit europäischen, amerikanischen und asiatischen Fahrzeugen, welche mit RDKS ausgerüstet sind, kompatibel. Mit dem ITS600CV können Fremdsensoren aus dem Lagermodus aktiviert, getriggert, ausgelesen und Fahrzeuge erneut angelernt werden. Das Anlernen neuer Sensoren ist nur mit den AUTEL MX-Sensoren CVS-A01 möglich.
Herth+Buss ist auf der Automechanika in Frankfurt in Halle 9.0, Stand A48 zu finden.
Den Beitrag finden Sie auch in der Print-Ausgabe 3-2026 der Krafthand-Truck.









