Bordnetzbatterien übernehmen weit mehr als den Motorstart. Sie muss hohe Startströme liefern, Rekuperationsenergie aufnehmen, zahlreiche Verbraucher auch während langer Standzeiten zuverlässig versorgen. Bild: GS Yuasa
Noch lange am Start

Die (fast) vergessene Batterie

Die Transformation des Straßengüterverkehrs hat begonnen. Batterieelektrische Antriebe gewinnen an Bedeutung, erste Wasserstoffkonzepte befinden sich im Praxiseinsatz und immer strengere Emissionsvorgaben beschleunigen den technologischen Wandel. Gleichzeitig wird der europäische Güterverkehr auch in den kommenden Jahren von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geprägt sein.

Das 24V-Bordnetz

Während sich die öffentliche Diskussion vor allem auf Hochvoltbatterien konzentriert, rückt ein wesentlicher Bestandteil moderner Nutzfahrzeuge häufig in den Hintergrund: das 24-Volt-Bordnetz. Dabei ist dessen Bedeutung in den vergangenen Jahren gewachsen. Fahrerassistenzsysteme, Telematik, digitale Cockpits, Kameras, Sensorik, Kühlaggregate, Standklimaanlagen und Hoteling-Funktionen sorgen dafür, dass moderne Nutzfahrzeuge heute deutlich mehr elektrische Leistung benötigen als frühere Fahrzeuggenerationen.
Die Bordnetzbatterie übernimmt dabei weit mehr als den Motorstart. Sie muss hohe Startströme liefern, Rekuperationsenergie aufnehmen, zahlreiche Steuergeräte und Verbraucher auch während langer Standzeiten zuverlässig versorgen und unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen dauerhaft funktionieren. „Wer über die Zukunft des Nutzfahrzeugs spricht, denkt häufig zuerst an den Antrieb. Tatsächlich verändert die Elektrifizierung aber das gesamte Fahrzeug – und damit auch die Anforderungen an die Bordnetzbatterie“, so Erik Rothe, Group Sales Manager der GS Yuasa Battery Germany GmbH. „Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht Blei oder Lithium, sondern welche Batterietechnologie die jeweilige Aufgabe technisch und wirtschaftlich am besten erfüllt.“

Transformation bedeutet nicht Austausch über Nacht

Die Transformation des Nutzfahrzeugmarktes wird über viele Jahre hinweg von unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten geprägt sein. Flottenbetreiber ersetzen ihre Fahrzeuge nicht schlagartig, sondern orientieren Investitionen an Einsatzprofilen, Lebenszyklen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Flotten. Konventionelle Nutzfahrzeuge, Hybridmodelle und batterieelektrische Fahrzeuge werden deshalb auf absehbare Zeit parallel im Einsatz sein.
Hinzu kommt: Auch batterieelektrische Nutzfahrzeuge benötigen weiterhin ein Niedervoltbordnetz, das sicherheitsrelevante Systeme und zahlreiche Nebenverbraucher versorgt. Die Anforderungen an leistungsfähige Bordnetzbatterien nehmen deshalb unabhängig vom jeweiligen Antrieb weiter zu. „Die Transformation ist kein entweder/oder, sondern ein Nebeneinander unterschiedlicher Technologien“, so Rothe. „Deshalb entwickeln wir unsere Bleisäuretechnologien konsequent weiter. Moderne AGM-, EFB- und VRLA-Batterien bleiben ein unverzichtbarer Bestandteil heutiger und künftiger Nutzfahrzeuge.“

Produktentwicklung folgt dem Fahrzeugeinsatz

Die steigenden Anforderungen an das Bordnetz spiegeln sich laut Rothe unmittelbar in der Produktentwicklung wider. Statt klassische Starterbatterien lediglich weiterzuentwickeln, entstehen Batterielösungen, die auf deutlich höhere elektrische Dauerbelastungen ausgelegt sind. Ein Beispiel dafür sei die YBX9625 AGM SHD von GS Yuasa. Sie wurde speziell für Nutzfahrzeuge entwickelt, die durch umfangreiche Bordelektronik, Standklimaanlagen, Kühlaggregate oder lange Hoteling-Phasen besonders hohe Anforderungen an ihre Energieversorgung stellen. Dabei kommt die Batterie laut Rothe mit einer bis zu viermal höheren Zyklenfestigkeit gegenüber vergleichbaren EFB-Batterien daher. Hinzu komme eine hohe Ladeakzeptanz und die XVR-Vibrationsbeständigkeit. Die wartungsfreie AGM-Technologie sorgt für eine hohe Betriebssicherheit und eine lange Lebensdauer.
„Die Zukunft der Nutzfahrzeugmobilität wird technologieoffen sein. Hochvolt- und Niedervoltsysteme werden unterschiedliche Aufgaben übernehmen – und moderne Bleisäuretechnologien werden dabei auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Nicht als Alternative zur Elektrifizierung, sondern als konsequente Ergänzung“, so Rothe.

GS Yuasa ist auf der Automechanika in Frankfurt in Halle 4.1, Stand F31 zu finden.

Den Beitrag finden Sie auch in der Print-Ausgabe 3-2026 der Krafthand-Truck.