DAT-Report: Frauen sind die kritischeren Werkstattkunden!

Die Podiumsdiskussion behandelte Themen aus der Branche: (v.l.n.r.) Anselm Lotz, Ernst Haack, ehemaliger Chefredakteur Kfz-Betrieb und ehemaliger Geschäftsführer Vogel Verlag, Volker Prüfer, Frau Prof. Anita Friedel-Beitz, Mark Karpinski, Thorsten Podlech sowie Bernhard Wirtz, Gesellschafter der Lueg-Gruppe und ehemaliges ZDK-Vorstandsmitglied. Bilder: Blenk

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) präsentierte am 26.02.2014 in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin zum 40. Mal den DAT-Report. In Hinblick auf das Kfz-Service-Geschäft ging unter anderem hervor, dass Frauen die kritischeren Werkstattkunden sind. Ein Gastvortrag von Katherina Reiche, MdB, parlamentarische Staatssekretärin beim Verkehrsminister, eröffnete Einblicke in die verkehrpolitische Planung der Bundesregierung.

Nach einführenden Worten unter anderem zur Historie des DAT-Reports von DAT-Geschäftsführer Inland, Jens Nietzschmann sowie Dr. Martin Endlein, Sprecher der DAT, informierte Katherina Reiche (MdB), parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, über die Verkehrspolitik der CDU. Reiche hielt an der Vision 2020 fest, wonach auf Deutschlands Straßen 1 Millionen Elektromobile unterwegs sein werden. Ein finanzielles Anreizsystem für die Verbraucher von Seiten der Bundesregierung soll es laut Reiche jedoch nicht geben. Vielmehr müsse die Infrastruktur ausgebaut werden um die Beschaffung von e-Fahrzeugen interessanter zu machen. Ein weiteres Thema in Reiches Vortrag war der Bundesverkehrwegeplan 2015 sowie die Datenvernetzung in Automobilen: "Was den Straßenbau angeht, so steht der Erhalt vor dem Neubau". Ungleich schwammiger blieb Reiche beim Thema Datenvernetzung zwischen Fahrzeug, Kfz-Werkstatt, Versicherer und Hersteller: "Unsere Strategie ist gekennzeichnet durch Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit".

Robert Rademacher: "Faktor Mensch macht den Unterschied"
Im Nachgang zum Vortrag von Katherina Reiche sprach Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sein Grußwort und referierte über die Situation des Kfz-Gewerbes gestern, heute und morgen. "Das Internet spielt auch im Kfz-Service-Geschäft eine immer größere Rolle. Der Faktor Mensch wird aber immer den Unterscheid ausmachen", so Rademacher in Hinblick auf aktuelle Entwicklungen, beispielsweise in Bezug auf Online-Werkstattportale. Ferner würdigte Rademacher die Rolle des DAT-Reports für die Branche.


Podiumsdiskussion: "Locker bleiben"
Eine Diskussionsrunde, moderiert von Prof. Anita Friedel-Beitz, rundete die Veranstaltung ab. So sieht Anselm Lotz, geschäftsführender Gesellschafter der Carparts & promotor GmbH die Situation rund um die Werkstattportale entspannt: "Die Arbeit machen wir immer noch von Hand". Mark Karpinski, Geschäftsführer Autoschmitt GmbH zum digitalen Showroom von Audi / Audi-City: "Die Leads werden nach meiner Kenntnis an die lokalen Autohäuser weiter gegeben – im Übrigendarf man die Loyalität der Werkstattkunden nicht unterschätzen – also locker bleiben". Thorsten Podlech, Geschäftsführer Autohaus Podlech sprach von 20 Prozent eingesteuerten Unfallschäden mit steigender Tendenz auch in Hinblick von Kaskoschäden. Volker Prüfer, ehemaliger DAT-Geschäftsführer, wünchte sich abschließend die Berücksichtigung des Nutzfahrzeugmarktes im nächsten DAT-Report.


Der DAT-Report in Auszügen: Frauen sind die kritischeren Kunden
Laut DAT-Report 2013 vergab das weibliche Geschlecht 2013 in folgenden Punkten etwas schlechtere Noten bezüglich der Servicequalität der Kfz-Werkstätten als das männliche: Termineinhaltung, Optik des Pkw bei Abholung, Einhaltung des Kostenvoranschlags und telefonische Benachrichtigung bei unerwarteten Reparaturen. Sie waren damit kritischer als noch vor einem Jahr. Dennoch liegen die Noten dem DAT-Report zufolge generell zwischen 1,4 und 1,9 und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr.

Werkstattreue
Der DAT zufolge ist 2013 die Werkstatttreue der Kunden stabil geblieben. 83 Prozent der Autofahrer, die ihr Fahrzeug in einer Werkstatt reparieren und warten ließen, brachten wie im Vorjahr dieses immer in den selben Betrieb und waren demnach Stammkunden. Diejenigen, die ihr Fahrzeug ursprünglich neu gekauft hatten, blieben zu 83 Prozent (2012: 87) ihrer Werkstatt treu. Wurde das Fahrzeug gebraucht gekauft, dann traf dies für 78 Prozent (2012: 86) der Halter zu. Besonders treu zeigten sich Fahrzeughalter ab 50 Jahren und älter. Sie blieben im Jahr 2013 zu 86 Prozent (2012: 89) ihrer ganz bestimmten Werkstatt kontinuierlich treu.

Online-Buchung von Reparaturaufträgen und Kundendienstleistungen
Erstmals wurde im DAT-Report gefragt, wie die Meinung von Autofahrern zu Online-Buchungen von Werkstattleistungen ist. Das Ergebnis: 15 Prozent der für den DAT-Report befragten Fahrzeughalter würden einen Reparaturauftrag verbindlich online buchen, beim Kundendienst würden sogar 18 Prozent der Befragten ihre Buchung verbindlich online vornehmen.

Ein Bericht zum DAT-Report erscheint ebenso in der KRAFTHAND Ausgabe 8 am 19. April.

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