Werkstatt-Praxistipp: Kein Kraftschluss beim CVT-Automatikgetriebe

Um Fehlerursachen im Werkstattalltag auf die Spur zu kommen, bedarf es oft der richtigen Insiderinformation. Hier ein Fall aus dem Technischen Callcenter von Hella Gutmann Solutions. Betroffen war ein Mercedes-Benz A-Klasse (A169) ab Baujahr 2005 (alle Motorisierungen mit CVT-Getriebe). In den Fahrstufen ‚D‘ und ‚R‘ erhöhte sich beim Gasgeben lediglich die Motordrehzahl. Das stufenlose Automatikgetriebe (CVT) hatte keinen Kraftschluss. Dieses Problem kann auch in der B-Klasse (B245) mit CVT auftreten.

Im System ‚Getriebe‘ sind folgende Fehlercodes gespeichert: 10034 (original 2732), gleichbedeutend mit ‚unzulässiges Öffnen hydraulische Bremse erfolgt‘ und 1827 (original 0723), ‚Abtriebsdrehzahlsensor fehlerhaft‘.

Das Technische Callcenter gab folgenden Tipp: Der Begriff ‚hydraulische Bremse‘ ist etwas irreführend. Er bezieht sich hier auf die Kupplung. Da weder im Vorwärts- noch im Rückwärtsgang Vortrieb stattfindet, liegt es nahe, dass eine der Antriebswellen gebrochen ist. Dies ist jedoch nicht auf Anhieb zu erkennen. In den meisten dem Technischen Callcenter bekannten Fällen handelte es sich beim Bruch einer Antriebswelle um die rechte Fahrzeugseite, die in Ländern mit Rechtsverkehr mechanisch höher strapaziert wird.

Die Fehlerbehebung gestaltet sich wie folgt: Nach dem Ersetzen der abgescherten Antriebswelle kann der Fehlercode gelöscht werden. Damit ist die Reparatur abgeschlossen.

Ist der Antriebsstrang in Ordnung, kommt ein Defekt des Antriebsdrehzahlsenors in Betracht, der in der Steuereinheit des CVT integriert ist. Diese teure Einheit kann nur komplett ersetzt werden und verlangt nach einer Codierung durch den Hersteller.