Wer die Interessen von Kfz-Betrieben vertritt, ist klar: der ZDK. Nur sind hier sowohl markengebundene als auch freie Werkstätten organisiert und deren Ansichten zu diversen Themen sind bekanntlich diametral. Daraus ergibt sich, dass andere Kräfte – zwar auch aus Eigennutz – quasi in bestimmten Belangen vehementer für die Freien eintreten, etwa die Zulieferindustrie.

Ersatzteilzulieferer für den freien Markt bieten den markenunabhängigen Werkstätten neben ihren Produkten auch diverse Services. Dazu zählen Schulungen, technische Informationen, marketingunterstützende Maßnahmen und andere mehr. Doch diese Dienstleistungen – die manche Zulieferer mehr und andere eher weniger bieten – sind nicht alles. Wichtig für freie Werkstätten ist ebenso das wirtschaftspolitische Engagement der Zulieferindustrie. Dahinter steckt natürlich deren ureigenes Interesse, dass die freien Kfz-Betriebe im Wettbewerb mit den markengebundenen Betrieben nicht ins Hintertreffen geraten.

Demzufolge ist es nur logisch, dass sich die bei AAMPACT* (Automotive Aftermarket Manufacturers Pact) organisierten Teilehersteller auf europäischer Ebene für Themen wie die Verfügbarkeit von Reparatur- und Wartungsdaten für den freien Markt, Telematik, Typgenehmigungsverfahren, Designschutz und die Gruppenfreistellungsverordnung ab 2023 einsetzen. Das ist letztlich die Basis für einen fairen und funktionierenden Wettbewerb im Ersatzteil- und Servicemarkt und dafür, dass Autofahrer auch weiterhin selbst entscheiden können, wo sie ihre Service- und Reparaturarbeiten durchführen lassen. Zudem stehen die Mitglieder von AAMPACT auf dem Standpunkt: Der Wettbewerb zwischen den Autohäusern der Hersteller und den freien Kfz-Werkstätten sichert auch zukünftig bezahlbare Mobilität.

Dafür muss den Freien natürlich das entsprechende Know-how zur Verfügung gestellt werden. Und das zeitnah – allein schon wegen der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit in Sachen Elektrifizierung, Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge. Viele der AAMPACT-Teilehersteller haben dieses Wissen und geben es über verschiedene Kanäle an ihre Kunden weiter.

*Über AAMPACT

AAMPACT ist ein Zusammenschluss von derzeit 54 Ersatzteilherstellern, der im Jahr 2002 als VREI, Verein Freier Ersatzteilmarkt e.V., in Deutschland gegründet wurde. Aufgrund der gestiegenen Herausforderungen in der Automobilwirtschaft und Kfz-Branche und der starken Internationalisierung will die Interessenvertretung für Zulieferunternehmen mit der 2019 vollzogenen Umbenennung in AAMPACT – Automotive Aftermarket Manufacturers Pact-Rechnung tragen. Merkmal des Vereins ist es, dass alle Mitglieder zugleich Lieferanten von Fahrzeugherstellern als Erstausrüster und mit der eigenen Marke oder teils mit mehreren Marken im freien Ersatzteilmarkt vertreten sind.