Freudenberg

Eine starke Verbindung

Grafik, Bindetechnologie
Die neue Bindetechnologie schützt exponierte Klebe- und Dichtstellen vor AdBlue. Bild: Freudenberg

SCR-Katalysatoren vermindern die Stickoxidemissionen moderner Diesel deutlich. Mit einer neuen Bindemitteltechnologie will Freudenberg Sealing Technologies dazu beitragen, Präzision und Langzeitstabilität der Abgasreinigung zu verbessern. Bekanntlich wird bei SCR-Systemen die wässrige Harnstofflösung (AdBlue) direkt vor dem Katalysator eingespritzt. Dafür sorgt eine Dosiereinheit, die exakt arbeiten muss, damit nicht mehr Harnstofflösung in den Abgasstrang eingebracht wird als direkt umgewandelt werden kann, da sonst im schlimmsten Fall giftiges Ammoniak in die Umwelt gelangt.

Wässrige Harnstofflösung ist chemisch für den Menschen absolut unbedenklich. Trotzdem müssen die Komponenten eines SCR-Systems sicher abgedichtet werden. Dies gilt insbesondere für jene Komponenten, die für die Mengenregelung verantwortlich sind: Magnetventile, Ventile, Membranen oder Pumpenkörper. Die Ränder der Kontaktfläche zwischen Dichtung und den Trägerkörpern, die meist aus Metall oder Kunststoff bestehen, durften nicht mit AdBlue in Berührung kommen, da die Harnstofflösung die Bindung angegriffen hätte. Die Entwickler von SCR-Dosiereinheiten behalfen sich bislang mit Konstruktionen, die jeden Kontakt an der Bindenaht vermieden.

Freudenberg hat nun eine neue Technologie entwickelt, die sich in Laborversuchen als extrem resistent gegen die Harnstofflösung erwiesen hat. Versuche zeigten, dass nach einer Einlagerung in AdBlue über 168 Stunden bei 85 °C die Haftung vollständig erhalten blieb. Diese Untersuchungen ließen sich erfolgreich auf ein Bauteil in Form eines Ventilstößels übertragen. Er überstand sogar 1.000 Stunden bei identischer Temperatur.