Titelbild KRAFTHAND 6/2020
Ausgabe:

6/2020

Erscheinungstermin:19. März 2020
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Editorial

Alle sind Gewinner und Verlierer zugleich

dass auch die Kfz-Branche in vielen Bereichen, wie Autohandel, Service oder Ersatzteilgeschäft, aufgrund der Digitalisierung einen grundlegenden Wandel durchläuft und noch durchlaufen wird, darüber wird viel diskutiert und geschrieben. Natürlich ebenso in der KRAFTHAND. Oft geht es dann darum, was sich konkret ändern könnte und welche Chancen, aber auch Risiken damit einhergehen, wer profitiert und wer verliert. Dabei können Verlierer zugleich Gewinner und Gewinner zugleich Verlierer sein.

Beispielsweise profitieren Markenwerkstätten von vernetzten Autos viel mehr als Freie, für die die Hürden, an Daten aus vernetzten Fahrzeugen zu kommen, fast unüberwindbar scheinen. Zumindest derzeit. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für Vertragshändler. Denn sie wissen jederzeit, welcher Service oder welche Reparatur bald naht und können den Kunden via App oder sogar direkt über den Bildschirm des Fahrzeugs erreichen.

Andererseits nehmen die vernetzten Autos den Markenwerkstätten zugleich Arbeit und persönliche Kundenkontakte weg, etwa wenn es darum geht, ein notwendiges Software-Update zu installieren. Schließlich arbeiten die OEMs intensiv daran, diese in Zukunft over the air zu fahren. Spätestens wenn das G5-Mobilfunknetz Realität ist, lassen sich auch Updates mit größeren Datenmengen over the air realisieren – neben den kleineren Aktualisierungen, die es teils schon heute gibt. So plant etwa VW, die Elektronik seiner Elektroautos aus der Ferne zu überprüfen und upzudaten – vorzugsweise nachts, wenn der Wagen an einer Ladestation hängt.

Markenwerkstätten leben natürlich nicht von Updates. Aber die Kundenkontakte werden dadurch immer rarer. Die Vertragswerkstatt ist in dem Fall also der Verlierer. Die Freien könnten durch diese Entwicklung allerdings gewinnen. Sie hätten endlich das leidige Thema Software-Updates ein Stück weit vom Tisch und manche Fragen zum Pass-Thru-Verfahren würden sich gar nicht mehr stellen.

Das könnte sogar den einen oder anderen Hersteller von Mehrmarkendiagnose- und Pass-Thru-Tools freuen. Doch wird das auch dann der Fall sein, wenn Autos irgendwann nur noch über eine Cloud ausgelesen werden und somit gar keine speziellen Scantools mit OBD-Zugang gebraucht werden? Aber das ist ein ganz anderes Kapitel, das (zumindest jetzt noch nicht) aufgeschlagen wird.

torsten.schmidt@krafthand.de

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