ZF: Lenkbare Hinterachsen durch Änderung der Spur

AKC als ‚Zentralsteller’-Variante: Der elektromechanische Steller in der Mitte der Hinterachse generiert einen Lenkeinschlag von rund drei Grad. Bild: ZF

ZF hat jetzt ein System zur Serienreife gebracht, das durch eine Spurwinkeländerung Lenkbewegungen der Hinterachse ermöglicht. Bisher war die Einstellung der Spur für ein Fahrzeug nicht mehr variabel, wenn es einmal definiert war. Hier setzten die Fahrwerk-Ingenieure von ZF an und erprobten, welchen Einfluss eine dynamische Verstellung der Spur während der Fahrt auf das Fahrverhalten hat.

Dazu entwickelten sie einen längenverstellbaren Spurlenker, der im Mittelpunkt des aktiven Systems steht: Elektromechanische Steller können den Spurwinkel während der Fahrt variieren, eine in die Aktuatorelektronik integrierte Steuerungssoftware gibt die Befehle. Durch die Spurwinkeländerung ergibt sich eine Lenkbewegung. Diese ist zwar mit etwa drei Grad gering im Vergleich zur Vorderachse, aber ein Lenkeingriff an der Hinterachse hat höhere Auswirkungen.

Im Zusammenspiel mit dem Lenkeinschlag der Vorderräder entsteht so ein deutlich spürbarer, positiver Einfluss auf das Fahrverhalten. Das ist das Prinzip des neuen Systems mit der Bezeichnung Active Kinematics Control (AKC). Je nach Anforderung und verfügbarem Bauraum gibt es das energieeffizient nach dem ‚Power-on-Demand’-Prinzip arbeitende AKC-System in zwei Varianten: Entweder mit einem Steller in der Mitte der Hinterachse – auch als ‚Zentralsteller’-System bezeichnet – oder wie bei Porsche 911 Turbo und 911 GT3 mit je einem Steller pro Hinterrad.

Die Lenkunterstützung durch AKC erfolgt durch elektromechanische Steller, die keine mechanische Verbindung zum Lenkrad haben. Es ist daher ein reines ‚By-wire’-System. Das hat den Vorteil, dass sich AKC in den aktiven Regelverbund des jeweiligen Pkw integrieren lässt. Dann unterstützt es die Funktion anderer aktiver Systeme – beispielsweise in der Kombination mit ESP. Vernetzt man AKC und das Antiblockiersystem, verbessern stabilisierende Eingriffe von Bremse und Hinterachse das Handling des Fahrzeugs beim Verzögern. So erhöht das System Sicherheit und Fahrdynamik zugleich. Beim Bremsen auf unterschiedlich griffigen Oberflächen wird der Bremsweg verkürzt.

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