Krafthand-Online im Gespräch: Das Elektro-Fahrzeug Opel Ampera

Opel Ampera: Je nach Fahrweise, Streckenprofil und Außentemperatur lassen sich bei vollständig geladener Batterie zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch und emissionsfrei zurücklegen. Bild: Opel

Der Opel Ampera wird permanent elektrisch angetrieben. Eine eigens entwickelte 16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie versorgt den 111 kW/150 PS starken Elektromotor mit Energie. Krafthand-Online unterhielt sich mit Enno Fuchs, E-Mobility Launch Director Opel, über den Opel Ampera und die weiteren Aussichten bei alternativen Antrieben.

Je nach Fahrweise, Streckenprofil und Außentemperatur lassen sich bei vollständig geladener Batterie zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch und emissionsfrei zurücklegen, erklärt der Hersteller.

Wenn der Ladezustand der Batterie ein definiertes Minimum erreicht hat, startet der 63 kW/86 PS starke 1,4-Liter-Benzinmotor automatisch und treibt als Reichweitenverlängerer den Generator zur Stromversorgung des Elektromotors an. Die 370 Newtonmeter Drehmoment des Elektroantriebs beschleunigen das Fahrzeug in etwa neun Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 161 km/h.

Krafthand-Online unterhielt sich mit Enno Fuchs, E-Mobility Launch Director Opel, über den Opel Ampera und die weiteren Aussichten bei alternativen Antrieben.

KHO: Bleibt der Ampera Pilotprojekt oder folgen bei Opel noch weitere Hybrid-Modelle in Serie?

Enno Fuchs: Der Ampera ist weit mehr als nur ein Pilotprojekt. Er ist vielmehr das erste voll alltagstaugliche Serien-Elektrofahrzeug in Europa. Wir führen ihn soeben Land für Land in ganz Europa ein. Insofern wird er seine ganze Marktwirkung erst noch entfalten. Zudem stellt der Ampera mit seinem einzigartigen Konzept der Reichweitenverlängerung den ersten Vertreter einer neuen Antriebskategorie dar. Dabei handelt es sich nicht um einen Hybdrid, denn die volle Leistungsentfaltung ist beim Ampera in jedem Betriebsmodus möglich, sogar schon auf reiner Batteriebasis. Bei allen Hybridarten spielt der Verbrennungsmotor immer noch die Hauptrolle, er treibt bei höheren Lastfällen die Räder direkt an. Ganz anders beim Ampera, der stets elektrisch unterwegs ist.

KHO: Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei Hybridantrieben in den nächsten Jahren?

Enno Fuchs: Zunächst einmal gilt es, einen für die Besonderheiten des europäischen Verkehrs wirklich passenden Hybridmotor anzubieten. In fast allen Fällen ist da heute der moderne Dieselmotor immer noch die bessere Alternative. Opel arbeitet intensiv an eigenen Hybridkonzepten. Als erster Schritt werden alle zukünftigen Verbrennungsmotoren hybridfähig ausgelegt.

KHO: Welche Ziele verfolgt Opel bei alternativen Antrieben insgesamt?

Enno Fuchs: Wir arbeiten hier an der gesamten Palette, angefangen bei der weiteren Optimierung der Verbrennungsmotoren. Bei den Motoren für alternative Kraftstoffe wie CNG und LPG haben wir bereits heute eines der größten Modellangebote eines Herstellers ab Werk. Gleichzeitig zeigt der neue Ampera eindrücklich den Weg in Richtung der Elektromobilität. Neben Fahrzeugen mit Reichweitenverlängerung sehen wir dabei das größte Potenzial bei Brennstoffzellenfahrzeugen mit Wasserstoff, die eine völlig emissionsfreie Mobilität garantieren. Bei den reinen Batteriefahrzeugen wird man sich zukünftig sicherlich stärker auf Lösungen für den Cityverkehr konzentrieren, wie wir dies mit der Studie RAK e auf der vergangenen IAA gezeigt haben.

KHO: Wie steht es um die Temperaturanfälligkeit (Kälte) der Elektrokomponenten (Batterie)?

Enno Fuchs: Die Batterie des Ampera ist mit einem hochinnovativen Temperierungssystem ausgestattet und kennt daher keine Probleme mit Temperaturen, ob kalt oder warm. Sie können einen Ampera problemlos sowohl in Norwegen als auch in Sizilien fahren.

KHO: Besteht noch Potential beim Gesamtverbrauch?

Enno Fuchs: Alle vorgenannten Maßnahmen spielen hier für den Flottenverbrauch zusammen. Bei den Verbrennungsmotoren sind zum Beispiel noch Effizienzsteigerungen und Verbrauchsreduzierungen von bis zu 20 Prozent denkbar.

KHO: Gibt es ein flächendeckendes Wartungs- und Reparaturnetz, das auch die freien Werkstätten mit einbezieht?

Enno Fuchs: Zunächst einmal gibt es für den Ampera entsprechende Schwerpunkthändler, die die gesamte Servicepalette abdecken werden und dafür auch intensiv geschult wurden. Dieses Netz wird sich mit der weiteren Markteinführung Schritt für Schritt ausdehnen. Opel ist aber auch daran interessiert, dass die Neuerungen, die sich durch das Thema Elektromobilität generell für die Aus- und Weiterbildung ergeben, frühzeitig auf breiter gesellschaftlicher Basis berücksichtigt werden. Daher waren wir mit die Ersten, die spezielle Aus- und Fortbildungsgänge unter anderem gemeinsam mit der IHK entworfen und eingeführt haben.

KHO: Herr Fuchs, wir bedanken uns für das Gespräch.

Die Fragen stellte Ralf Lanzinger

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