Gastkommentar zum Bremsenservice

Investieren in Trainings

Bert C. Lembens: Das ESC-Steuergerät ist vielfach Dreh- und Angelpunkt der Fahrer assistenzsysteme. Bild: Continental

Fahrerassistenzsysteme machen das Fahren sicherer, komfortabler und effizienter – und die Fahrzeugtechnik immer komplexer. Das gilt insbesondere für die Bremsenwartung. Denn das Aufgabenspektrum der Bremse hat sich stark erweitert: Nahezu alle Helfer an Bord – etwa Notbremsassistent, adaptiver Tempomat oder auch die elektrische Parkbremse – greifen auf die Bremsanlage zu. Das ESC-Steuergerät ist vielfach Dreh- und Angelpunkt der Fahrerassistenzsysteme.

Für Werkstätten bedeutet dies in erster Linie: Sie brauchen ein umfangreiches Basiswissen, sowohl zur Bremse, zur Elektrik als auch zu den Assistenzsystemen. Vernetztes Denken ist Voraussetzung. Nur so können sie Fehlermeldungen auf den Grund gehen und erkennen, welches Bauteil tatsächlich defekt ist.

Werkstätten brauchen umfangreiches Basiswissen, sowohl zur Bremse, zur Elektrik als auch zu den Assistenzsystemen. Vernetztes Denken ist Voraussetzung.

Vor jeder Wartung sollte die Werkstatt zudem prüfen, ob Software-Updates notwendig sind. Das setzt Zugänge zu den kostenpflichtigen Onlineportalen der Hersteller voraus – und die dafür ausgelegten Diagnosegeräte. Wurden beispielsweise Bremsbeläge für die elektrische Parkbremse gewechselt, ist die Arbeit damit nicht abgeschlossen: Die Systeme müssen neu kalibriert werden. Zusätzlich sind weitere Kalibrierparameter anzupassen, zum Beispiel der Bordcomputer. Sonst kann es passieren, dass er nach wenigen gefahrenen Kilometern fälschlicherweise einen Defekt meldet, weil das System von alten Daten ausgeht. Wertvolles Kundenvertrauen wird damit verspielt.

Werkstätten, die eine Wartung für Fahrzeuge mit Assistenzsystemen anbieten wollen, müssen also vor allem eines: investieren. Investieren in kompetente Mitarbeiter und ihre Qualifizierung, in die kontinuierliche Weiterbildung und in das nötige Equipment. Je breiter die Aufstellung ist, desto umfangreicher wird die Investition. Gerade für kleinere Betriebe könnte angesichts dieser Herausforderung eine Spezialisierung auf die in ihrem Einzugsgebiet gängigsten Marken sinnvoll sein.

 

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