Florian Zink, Redakteur der KRAFTHAND
Florian Zink, Redakteur der KRAFTHAND

Nur wenn die hohen Drücke beherrscht werden, die Dichtheit gegeben ist und die Kosten im Rahmen bleiben, haben R744-Anlagen eine Chance.

Keine nennenswerten Auffälligkeiten

Kohlendioxid (CO2) hat keinen guten Ruf. Treibhauseffekt, Klimaerwärmung und steigende Wasserspiegel sind nur einige Punkte, mit denen es in Verbindung gebracht wird. Fakt ist aber auch, dass CO2 als Bestandteil der Luft ein natürliches Gas ist. Die genannten negativen Aspekte gehen also in der Hauptsache darauf zurück, dass beim Verbrennen fossiler Kraftstoffe zusätzliches Kohlendioxid frei wird und damit zu viel davon die Atmosphäre belastet.

Als Kältemittel hingegen stellt CO2, auch als R744 bezeichnet, kein Problem dar. Zum einen, weil die Mengen, die theoretisch entweichen könnten, verhältnismäßig gering sind. Zum anderen, weil quasi auf ein natürliches, eh schon vorhandenes Gas zurückgegriffen wird. Allerdings sehen Experten andere Herausforderungen. Gilt es doch, sehr hohe Drücke in solchen Klimaanlagen zu beherrschen.

Außerdem gibt es Branchenkenner, die gegenüber KRAFTHAND anmerken, dass Daimler, die in ihrer S-Klasse und teils in E-Klasse- Modellen schon CO2 verwenden, Probleme mit der Dichtheit an den CO2-Klimaanlagen hätten. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte der Autobauer dazu allerdings: Uns sind keine nennenswerten Auffälligkeiten im Service hinsichtlich Kältemittelverlust durch Diffusion gegenüber konventionellen Kältemittelanlagen bekannt.

Interessant war zudem noch eine weitere Aussage. Die Stuttgarter prüfen eine fallspezifische Ausweitung von CO2-Klimaanlagen. Im Klartext heißt das: Bewährt sich die Technologie, kommen diese Anlagen irgendwann auch in anderen Modellen zum Einsatz. Die Zukunft von CO2 als Kältemittel im Kraftfahrzeug könnte somit langsam Gestalt annehmen. Zumal auch Audi im Luxussegment schon Klimaanlagen mit R744 befüllt und viele Experten Kohlendioxid für E-Mobile als das ideale Kältemittel ansehen. Der Grund: Diese Systeme weisen einen höheren Wirkungsgrad auf und können darüber hinaus als effektive Heizanlagen für den Innenraum dienen.

Alles in allem ist also nicht auszuschließen, dass über kurz oder lang CO2-Anlagen doch noch in breiter Anwendung kommen und somit Werkstätten ein weiteres Servicegerät benötigen. Deshalb haben wir dieses Thema näher beleuchtet und gehen im Beitrag „CO2: Fluch und Segen zugleich“ auf die Gefahren und Zukunftsperspektiven von R744 als Kältemittel ein.

 


Schwerpunktthemen dieser Ausgabe: