Blick in die Reparaturhalle
Ölservice und Getriebereparatur

Getriebeanfrage@ …

Am Servicestandort Dortmund repariert ZF Aftermarket Automatik und Schaltgetriebe sowie DSGs und CVTs. Bilder: Schmidt

Wer obige E-Mail mit zf.com komplettiert, landet im Servicestandort Dortmund von ZF Aftermarket. Dort reparieren die Experten des Zulieferers sämtliche Getriebetypen und geben Hilfestellung rund um die Diagnose an Automatikgetrieben und den gewinnträchtigen Ölservice. KRAFTHAND war vor Ort.

Genaugenommen liegt der Servicestandort Dortmund nicht direkt in der Westfalen-Metropole, sondern im wenige Kilometer außerhalb liegenden Holzwicke. Hier ist die zentrale Anlaufstelle von ZF Aftermarket, wenn es um den Getriebeservice geht. Zentrale Anlaufstelle deshalb, weil das Unternehmen seine Ausrichtung in diesem Geschäftsbereich neu gedacht hat und 54 seiner über 900 Werkstattpartner des proTech-Plus-Konzepts zu Servicepoints für den Service und die Reparatur von Getrieben weiterentwickelt hat. Dafür mussten die Werkstätten diverse Trainings absolvieren – etwa wie sich Fehler an Automatikgetrieben diagnostizieren lassen.

Servicepoints als Kundenschnittstelle

Schließlich, so der Leiter der deutschen ZF-Servicestandorte Elmar Bauer, sei es auch schon vorgekommen, dass Automatikgetriebe eingeschickt wurden, die gar nicht kaputt waren, sondern ein Fehler in der Peripherie zu Schalt- oder anderen Problemen führten, die fälschlicherweise dem Getriebe zugeschrieben wurden. Den Spezialisten in den über ganz Deutschland verteilten Servicepoints soll das nicht mehr passieren. Deshalb sollen sie für ZF als Schnittstelle zum Autofahrer aber auch zu anderen Werkstätten dienen, wenn Kompetenz bei einem Problemfall am Getriebe gefragt ist.

Elmar Bauer bei einer Rede
Elmar Bauer, Leiter der deutschen ZF-Servicestandorte: „Mit dem neuen Kompetenzzentrum in Dortmund offerieren wir den Werkstätten an zentraler Stelle ein hochspezialisiertes Servicepaket zu Getrieben aller Hersteller und der elektronisch-hydraulischen Getriebesteuerung in Automatikgetrieben“.

Wird eine Reparatur fällig, erledigt sie ZF Aftermarket zentral im Dortmunder Servicestandort. Ob Schalter, Wandlerautomaten, CVTs, DSGs oder gar Hybridgetriebe. Ob von ZF oder einem anderen Getriebehersteller. Die Experten nehmen alles unter ihre Fittiche und überholen zu Fixpreisen. Dichtungen. Lager. Lamellen. Alle typischen Verschleißteile werden grundsätzlich erneuert – neben den eigentlich defekten Komponenten. Von selbst versteht sich die Reinigung des Gehäuses via Glasperlen in einer Strahlmaschine, sodass die Getriebe quasi (fast) wie neu aussehen.

Testlauf inklusive

Während sich bei manuellen Schaltgetrieben die Reparatur mangels Elektronik logischerweise rein auf mechanische Komponenten fokussiert und nach der Reparatur ein Durchschalten als Qualitätskontrolle genügt, sieht dies bei DSGs und AT-Getrieben anders aus. Hier müssen die Experten auch die Mechatronik begutachten und gegebenenfalls austauschen.

Für einen Funktionstest unter realistischen Bedingungen der Mechatronikeinheiten steht ein Hydra-Testprüfstand zur Verfügung. Um hier realitätsgetreue Temperatur- und Druckbedingungen zu simulieren, wird das Getriebeöl auf 75 °C erhitzt. Außerdem besteht die Möglichkeit, ZF-Automatikgetriebe auf einem Belastungsprüfstand zu testen, von dem es weltweit nur drei gibt. Geplant ist, diesen Prüfstand sukzessive auch für Non-ZF-Getriebe aufzurüsten.

Wichtig sei, so die Experten, dass im Rahmen des Getriebeeinbaus der Ölstand korrekt eingestellt wird, der Softwarestand im Steuergerät passt und die Lernwerte zurückgesetzt werden. Dinge, an denen es durchaus häufiger scheitert und die für die Servicepoint-Partner sprechen, die von ZF hinsichtlich solcher Aspekte sensibilisiert und geschult sind.

Öl birgt ein Riesenumsatzpotenzial – für alle

Ob für Servicepoint-Partner oder für Werkstätten außerhalb dieses Konzepts: „Der Ölservice an Automatikgetrieben birgt ein riesiges Potenzial“, sagt Bauer. Der Leiter sämtlicher ZF-Servicestationen in Deutschland untermauert das mit Zahlen. Das Marktvolumen läge bei etwa 551 Mio. Euro. Über eine halbe Milliarde also, die sich Werkstätten mit dem Ölwechsel und dem Spülen von Automatikgetrieben sowie DSGs verdienen können.

Prozessüberwachung inklusive

Kunden können Reparaturstatus abfragen

Nachdem die zu reparierenden Getriebe im Kompetenzzentrum Dortmund angekommen sind, werden sie mit sogenannten BLE-TAGs versehen. Diese bestehen aus einem Bluetooth-Sender, einer Batterie und drei Sensoren: einem 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Temperatursensor sowie Luftfeuchtigkeitssensor. Dank stationärer TAG Finder-Stationen in der Werkstatthalle kann zukünftig auch der Servicepoint-Partner aus der Ferne via Smartphone und Tablet über den Reparaturstatus informieren (siehe Bildergalerie)

 

Hinweis: Mehr zum Thema Ölservice und Spülen, zu typischen Schäden und Diagnosefehlern von Werkstätten bei der Fehlersuche an Automatikgetrieben gibt es in KRAFTHAND 6/2019 vom 23. März.