Was drei Redakteure über den Tesla Model X denken haben sie im folgenden aufgeschrieben. Den kompletten Fahrbericht finden Sie hier:

Redakteur Benjamin Schleich:

Mein Auto wird er nicht der Tesla. Ich halte ihn für ein überteuertes Juppie-Spielzeug. Zugutehalten muss ich aber die Fahrleistungen, denn anschieben tut der E-Antrieb gewaltig. Nur nicht allzu lange oder allzu weit, je nachdem ob das Display zuerst über zu hohe Temperaturen im Antrieb oder eine sich sehr zügig entleerende Batterie informiert.

Die Gimmicks im Fahrzeug sind zwar anfangs recht lustig, doch brauche ich weder einen furzenden Blinker noch per Touchscreen zu öffnende Türen. Auch die Flügeltüren sind nur ein oder zwei Mal amüsant. Dann nervt es, bei jedem Aussteigen aus dem Font eine Showeinlage für Passanten zu sein. Ich fahre gern Auto und auch gerne schnell, aber wer braucht in einem Familienfahrzeug 500 Elektro-PS? Lieber ein paar weniger, dafür ein ordentlich abgestimmtes Fahrwerk, das fehlte mir nämlich. Für den strammen Preis von deutlich über 100.000 Euro hatte ich echt mehr erwartet.

Redakteur Rudolf Guranti:

Was mir sofort am Model X ins Auge fiel, sind die Falcon-Wing-Doors. Diese Fondtüren öffnen per Knopfdruck nach oben und lassen einen beim Aus- und Einsteigen ganz schön cool aussehen – sind aber für meine Anschauung eher ein unpraktisches Gimmick. Der nächste Aha-Effekt war dann die brutale Beschleunigung, mit welcher der E-Motor den rund 2,5 t schweren SUV vorwärts schiebt. Mit dieser enormen Beschleunigung ist es ein Leichtes, sich mit Sportwagen zu messen. Allerdings saugen längere Autobahnrennen extrem am Stromspeicher und damit an der Reichweite.

Gewöhnungsbedürftig war für mich die mittig angeordnete spacige Spielkonsole in Form eines 17 Zoll großen Touchscreens – ist wahrscheinlich eher etwas für die Generation Smartphone. Aus meiner Perspektive ist das Model X ein sündhaft teures Spielzeug mit maximaler Extravaganz für einen kleinen Kreis betuchter Technikbegeisterter.

Redakteur Florian Zink:

Gleich vorweg, die Reichweite eines E-Autos ist ein Problem – ein psychologisches. Wir sind es einfach nicht gewohnt, jeden Tag zu tanken. Bei meinem Arbeitsweg von 120 km wurde es mit dem Tesla aber zur Routine, das Fahrzeug jeden Abend in der Garage aufzuladen. Ein geringer Mehraufwand, mit dem ich für wenig Geld zur Arbeit gekommen bin. Zugegeben, bei einer Urlaubsfahrt ist es aufwendiger, da die Reiseroute noch stark von Lademöglichkeiten abhängt.

Das Fahren mit dem Model X war trotzdem über weite Strecken eine feine Sache. Der Wagen ist lautlos und bequem. Aber: Obwohl er eine brachiale Beschleunigung liefert, ist dieser Tesla nicht zum Rasen gedacht. Das Fahrwerk ist zwar sehr gut, die 2,5 t merkt man allerdings trotzdem. Der Innenraum ist großzügig, mit viel Stauraum und freier Sicht nach allen Seiten. Am Preis lässt sich erkennen, dass die Produktionsprozesse bei Tesla nicht auf dem Niveau deutscher Autobauer sind, die solch ein Fahrzeug sicher für 70.000 Euro bauen könnten.