Der Hai in Blau-Weiß

Ausschließlich als Coupé erhältlich war der E24 6er BMW – mit 13 Jahren das am längsten gebaute Modell des bayerischen Autobauers. Das Alpina-Modell zeigt besonders deutlich, warum der E24 den Spitznamen Sharknose trägt.
Nach dem 3er und 5er BMW folgte im Frühjahr 1976 der erste Bimmer der 6er-Reihe: ein ausschließlich als Coupé gebauter Wagen auf technischer Basis des Fünfers. Stilistisch hielten sich die Bayern (genauer der damalige Chefdesigner Paul Bracq) bei dem als E24 bekannten Modell an die luxuriösen Oberklasse-Coupés der 60er-Jahre. Die Elemente des Innenraums sind noch konsequenter dem Fahrer zugewandt. Besonders auffällig ist der Wagen aber von außen. Neben der kantigen Linienführung sticht die wie bei einem Haifisch mittig spitz zulaufende Front ins Auge, auch bekannt als Haifischnase oder Sharknose. Manch einem ist der E24 aber auch als „Bayern-Express“ bekannt. Seine Karosserie wurde zunächst bei Karmann gefertigt, erst ab 1982 im BMW-Werk Dingolfing.
Nie weniger als 180 PS
Erhältlich waren zu Beginn der 630 CS und der 633 CSi – der eine ein 3.0-Liter-Vergasermotor mit 184 PS, der andere ein 3.2-Liter-Einspritzer mit 200 PS. 1978 folgte der 635 CSi: Für rund 50.000 DM bekam man die 218 PS starke 3.5-Liter-Maschine. Ab 1979 gab es zudem einen 2.8-Liter, welcher den 630 CS ablöste.
Alle Motorisierungen der Baureihe sind ausschließlich Sechszylinder-Reihenmotoren mit Heckantrieb. Die erste Modellpflege bekam das Coupé 1982. Nun hatten
die Wagen serienmäßig eine Nebelschlussleuchte, zudem waren in der neuen Frontschürze Nebelscheinwerfer integriert. Die Karosserie selbst wurde optisch
überarbeitet und verlor an Gewicht. Gleichzeitig erhielt etwa der 635 CSi eine modernere Einspritzanlage und Fahrzeuge mit dieser Motorisierung bekamen serienmäßig einen Bordcomputer und ABS. Ab 1984 gab es den 635 CSi auf Wunsch mit Katalysator (185 PS) und ab 1987 nicht mehr ohne Kat (211 PS).
Kein BMW ohne M
Was bei BMW natürlich nicht fehlen darf, ist ein Modell mit einem großen „M“. So kam 1984 der M635 CSi auf den Markt. Er schaffte es mit seinem Vierventilmotor
in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte 286 PS und 250 km/h. Der Motor stammte aus einem BMW M1 (M88/3). Ausgestattet ist der Wagen mit einem verstärkten 5-Gang-Sportgetriebe, einem überarbeiteten Fahrwerk und einer leistungsfähigeren Bremsanlage. Zur besseren Gewichtsverteilung und für Traktionsvorteile ist die Batterie nun hinten verbaut. Ab 1989 war er mit Dreiwegekatalysator und dem Motor S38B35 erhältlich. Gebaut wurden 5.855 Stück des Sportlers, dessen Neupreis bei 89.500 DM lag.
Der E24 als Alpina
Bei Alpina entstanden auf Basis des E24 immerhin 153 B7 Turbo Coupés mit noch stärker ausgeprägter Haifront. Deren Motor basiert auf dem 3.0-Liter, hat durch
andere Kolben mit niedrigerer Verdichtung, einem neuen Einspritzsystem und einer variablen Ladedruckregelung aber Leistungen von 250 bis 300 PS zu bieten. Noch weiter ging es mit dem B7 S Turbo Coupé mit 330 PS. Nur 30 Einheiten davon wurden von dem 3.5-Liter-Motor auf Basis des M30B32 geschaffen.
Das Ende einer Ära?
Die Geschichte des 6er BMW ging bis zum 18. April 1989, dann lief der vorerst Letzte seiner Art vom Band. Mit seiner 13 Jahre währenden Ära gilt er als das Modell, welches in der BMW-Geschichte am längsten gebaut wurde. Dafür gab es danach auch erstmal eine ordentliche Pause – denn auf den nächsten 6er mussten Fans bis 2003, also 14 Jahre, warten. Zu dieser Zeit kam mit dem E63 Coupé die zweite Generation auf den Markt. Diesmal war der Wagen auch als Cabrio (E64) erhältlich. 2011 bis 2018 folgte mit dem F12 und F13 dann die dritte Reihe, hier war ab 2012 außerdem das Gran Coupé F06 zu haben. Als bis heute letzter 6er gilt der Grand Turismo (G32) von 2017 bis 2023: Von der ehemaligen Sharknose ist nichts mehr zu
sehen. Immerhin aber war die Front des Alpina B7 Turbo Coupé die Inspiration für das erst kürzlich vorgestellte neue Alpina-Modell. Die spitze Front zeigt deutlich, wo ihr Ursprung liegt.







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