< Neuer 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel für den Toyota Land Cruiser

Alternative Antriebe

Effiziente Energiespeicherung: Wasserstoff und ‚e-Diesel’ zunehmend interessant

Donnerstag, 18.06.2015 09:20
Die Mobilität der Zukunft entscheidet sich unter anderem daran, welcher Energieträger sich im Fahrzeug effizient speichern lässt und was er kostet. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen sind bekanntlich noch viele Knackpunkte vorhanden, die bei wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen mit Brennstoffzelle geringer ausfallen. Zumal sich die Energiewende als Treiber für den Energiespeicher Wasserstoff entpuppen könnte. Ähnliche Faktoren treffen für den konkurrierenden Kraftstoff, den sogenannten e-Diesel zu.

Power-to-Liquid-Prinzip: Ökostrom, Wasser und CO2 sind die Zutaten, um per Elektrolyse den flüssigen Energieträger e-diesel zu erzeugen. Bild: Audi

Wasserstofftankstelle: Deutschlands erste direkt an einer Autobahn gelegene H2-Zapfsäule befindet sich am Autohof Geiselwind an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg. Bild: Daimler

Synthetischer Kraftstoff: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka füllt e-Diesel in ihren Dienstwagen A8 3.0 TDI clean diesel quattro. Anlass dafür waren die ersten Mengen erzeugten e-Diesels in einer Pilotanlage in Dresden. Bild: Audi

Was hat die Energiewende mit alternativen Treibstoffen wie Wasserstoff zu tun? Viel. Denn im Vergleich zu Batterien ist Wasserstoff nach Ansicht verschiedener Experten der besser Energiespeicher, der für das Gelingen der Energiewende zwingend erforderlich ist. Dazu muss man wissen: Um das Stromnetz mit ökologisch erzeugter Energie stabil betreiben zu können, sind Energiespeicher erforderlich. In Spitzenzeiten dienen diese dazu, einen hohen Energiebedarf abzudecken. Und in Zeiten, in denen ein Überangebot an ökologischem Strom vorhanden ist, muss dieser gespeichert werden. Beispielsweise ist das an windreichen Tagen und zu verbrauchsarmen Tageszeiten notwendig, wenn die Energiewende gelingen soll. 

 

Das kann in Batterien erfolgen. Es ist aber auch möglich, mit überschüssigem Strom Wasserstoff zu erzeugen, der sich dann später in Brennstoffzellen wieder zu Strom umwandeln lässt, um in Spitzenzeiten die Stromversorgung zu sichern. Im Vergleich zu Batterien ist diese Art Strom zu speichern, die effizientere, so die Meinung verschiedener Experten, etwa vom DWV (Deutscher Wasserstoff und Brennstoffzellen-Verband).

 

Wasserstoffantrieb bekommt Rückenwind
Der Ansatz, dass im Zuge der Energiewende ‚grüner’ Wasserstoff sowieso erzeugt werden muss, dürfte den Entwicklern von Brennstoffzellenfahrzeugen Rückenwind bescheren. Nicht zuletzt deshalb räumt Toyota dieser Technologie mehr Erfolgschancen ein als rein batterieelektrischen Fahrzeugen. Der begrenzte Aktionsradius pro Batterieladung sowie die langen Aufladezeiten sind Nachteile, die ein Auto mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle nicht aufweist. Hier sind die Reichweite pro Tankfüllung und die kurze Auftankzeit mit konventionellen Fahrzeugen vergleichbar.

 

Vor dem Hintergrund dieser Fakten erscheint die deutsche Markteinführung des brennstoffzellenbetriebenen Toyota Mirai im Herbst dieses Jahres nur logisch. Außerdem setzt Hyundai auf die Brennstoffzellentechnologie. So haben die Südkoreaner mit dem ix35 Fuel Cell schon ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb in Kleinserie am Start. Zudem planen noch weitere Hersteller die Serienfertigung von Fuel-Cell-Vehiclen. Dazu zählen beispielsweise Mercedes-Benz und Honda. Mehr dazu und zur Technologie solcher Fahrzeuge hat KRAFTHAND schon in der Artikelreihe ‚Mobilität 3.0 – Brennstoffzellenantrieb im Fokus’ in den KRAFTHAND-Ausgaben 4/2015 und 5/2015 dargelegt.

 

Klimaneutrale Langstreckenmobilität
Bei Audi macht man sich ebenfalls Gedanken um den Treibstoff der Zukunft. Dabei spielt jedoch nicht nur Wasserstoff eine Rolle – auch wenn die Ingolstädter mit dem A7 h-tron ein Brennstoffzellenmobil im Prototypenstatus bereits vorgestellt haben. Doch von einer geplanten Markteinführung ist in Ingolstadt noch keine Rede. Vielleicht auch, weil der Autobauer an der Herstellung des sogenannten ‚Audi e-Diesel’ (das e steht für erneuerbar) als eine Variante des zukünftigen Treibstoffs arbeitet.

 

Wie bei Wasserstoff basiert die Herstellung dieses Energieträgers auf einem Elektrolyseverfahren. Und damit der e-Diesel auf ökologischer Basis erzeugt wird, muss der Strom für die Elektrolyse aus erneuerbaren Energien kommen. Reiner Mangold, Leiter für nachhaltige Produktentwicklung bei Audi, erklärt dazu: „Mit dem Audi e-Diesel bringen wir einen Kraftstoff aus CO2 für eine nahezu klimaneutrale Langstreckenmobilität auf den Weg.“ Als Basisrohstoff für den sogenannten e-Diesel dienen Wasser und Kohlendioxid. Daraus entsteht via Elektrolyse das sogenannte Blue Crude, aus dem sich dann in einem Raffinerieprozess e-Diesel erzeugen lässt. Dieser Prozeß ähnelt dem der Dieselherstellung aus fossilem Rohöl.

 

Der synthetische Kraftstoff ist Audi zufolge frei von Schwefel und Aromaten. Außerdem soll er aufgrund seiner hohen Cetanzahl sehr zündwillig sein. Wie Labortests des Autobauers ergaben, eignet er sich als Beimischung zu fossilem Diesel oder aller Voraussicht nach auch als alleiniger Kraftstoff. Um noch mehr über die Praxistauglichkeit herauszufinden, produziert Audi in Kooperation mit dem Unternehmen Sunfire in den nächsten Monaten mehr als 3.000 l des e-Diesels. Dazu wurde im November eine Pilotanlage zur Erzeugung des Kraftstoffs eingeweiht, die nach dem Power-to-Liquid-Prinzip (PtL) arbeitet, was nichts anderes heißt, als aus Ökostrom einen flüssigen Energieträger, in dem Fall e-Diesel zu erzeugen.

 

Zusatzinformation: Erster Knotenpunkt für Wasserstoffmobilität in Süddeutschland
Daimler, Linde und Total sind im Rahmen der vom Bund geförderten Initiative Clean Energy Partnership (CEP) gemeinsam einen wichtigen Schritt beim Ausbau der bundesweiten Wasserstoff(H2)-Infrastruktur vorangekommen. In Anwesenheit von Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, wurde am 4. Mai 2015 Deutschlands erste direkt an einer Autobahn gelegene Wasserstoff-Tankstelle offiziell eingeweiht. Die neue H2-Zapfsäule am Total-Autohof Geiselwind an der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg verknüpft die bereits vorhandenen Betankungsmöglichkeiten in den Metropolregionen Frankfurt/Main, Stuttgart und München. Damit bildet die Tankstelle einen Knotenpunkt für Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle im Süden Deutschlands.

 

Bis Ende 2015 sollen insgesamt 50 Wasserstofftankstellen in den Metropolregionen und entlang der Hauptverkehrsachsen stehen. Denn eine gute Infrastruktur ist Voraussetzung dafür, dass sich diese neue Form der Mobilität auch wirklich durchsetzt.

Von: Torsten Schmidt

Weitere Themen bei KRAFTHAND:

Sondermodell SATAjet 5000 B Sailor: Das Auge lackiert mit

Das Sondermodell SATAjet 5000 B Sailor wurde von Designerin Connie Manjavinos gestaltet und ist in den gleichen Ausführungen und Düsengrößen erhältlich wie die Normalvariante. Bild Sata

Die SATAjet 5000 B Sailor entstand im Rahmen des Design Contests 2016, bei dem Teilnehmerin Connie Manjavinos aus Colorado (USA) mit ihrem Design den 2. Platz belegte. Inspiriert von klassischen Pin-Up-Motiven und traditionellen Tattoos gestaltete sie in... [Mehr]

Stahlgruber-Leistungsschauen: Digitaler Wandel und technische Neuerungen

Leistungsschau von Stahlgruber: Beim Thema Elektro-Mobilität finden Kunden und Besucher eine breite Palette an Produkten für Reparatur und Service. Bild: Stahlgruber

Am 21. und 22. Oktober findet die Stahlgruber-Leistungsschau in Sindelfingen statt. Drei Wochen später, am 11. und 12. November, eröffnet die Leistungsschau in Nürnberg ihre Pforten. Damit heißt es offiziell „Endspurt“ für das Messejahr 2017. [Mehr]

Continental: Werkstattwagen im Baukastenprinzip für flexibles Arbeiten

Mit dem Baukastenprinzip können Werkstätten den Ate-Werkstattwagen für den Bremsenservice ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend bestellen. Bild: Continental

Mit dem Ate-Werkstattwagen von Continental haben Kfz-Betriebe alle wichtigen Arbeitsmittel für eine professionelle Bremsenwartung und -reparatur kompakt beisammen und sofort zur Hand.  [Mehr]

Das bietet die App 'KRAFTHAND mobil'

Anzeige: AdBlue®-Betankungssysteme von Flaco

 

Die FLACO-Geräte GmbH liefert hochprofessionelle AdBlue®-Betankungssysteme speziell auch für Fahrzeuge der BMW-Group
Hier erfahren Sie mehr»

Media-Informationen 2018

Die neuen Mediadaten sind online!

 

Klicken Sie hier für weitere Informationen »

 

 

Krafthand-Dekra-Profischulungen 2017!

Krafthand-Dekra-Profischulungen 2016

Der Schulungsplan der Krafthand-Dekra-Profischulungen für's zweite Halbjahr 2017 ist online!

Sichern Sie sich gleich Ihren Teilnahmeplatz!
Alle Infos zu Themen und Terminen finden Sie hier »

GTÜ Rectangle Juli, Aug., Sept. 2017

Lesen Sie KRAFTHAND print und mobil!

Profitieren Sie von unserem günstigen Kombi-Preis und lesen Sie die KRAFTHAND auch digital auf bis zu drei mobilen Geräten. Das sind Ihre Vorteile:

- KRAFTHAND Magazin print
+ alle Inhalte für Smartphone und Tablet
+ Bilder, Videos und Töne für einen noch tieferen Themeneinstieg
+ Freischaltung auf bis zu drei Geräten

Bestellen Sie das Paket KRAFTHAND+ print&mobil »
Möchten Sie KRAFTHAND mobil kostenfrei testen? Schreiben Sie uns eine Mail: leserservice(at)krafthand.de

Neuerscheinung im Krafthand-Shop!

Krafthand-Shop - Turbolader in der Werkstattpraxis

NEU: "Turbolader in der Werkstattpraxis"

Band 17 aus der Reihe Krafthand-Praxiswissen, jetzt erhältlich im Krafthand-Shop

Hier finden Sie weitere Informationen »

Hella Rectangle Sept. 2017

Folgen Sie Krafthand Medien auf Instagram

Jahres-Inhaltsverzeichnis 2016

Das KRAFTHAND-Jahres-Inhaltsverzeichnis 2016 finden Sie ab sofort hier als PDF zum Download »

Mit freundlicher Unterstützung der

Technikmagazin für Nutzfahrzeug-Profis!

KRAFTHAND-Truck - www.krafthand-truck.de

KRAFTHAND-Truck - Fachwissen für die Nutzfahrzeug-Werkstatt und das Fuhrpark-Management!


Die nächste Ausgabe erscheint am 20. September 2017!
Bestellen Sie Ihr kostenfreies Probeexemplar: mehr »

'Grundlagen der Fahrzeugelektrik''Pkw-Gasananlagen' - 2. erweiterte Auflage'Diesel-Diagnose' - 4. erweiterte Auflage'Zu Ende denken...' Band 5'Hybrid- und Elektrofahrzeuge''Grundlagen Kfz-Hochvolttechnik'NEU - 'Benzin-Direkteinspritzsysteme''Fehlerdiagnose an vernetzten Systemen' - 3. erweiterte Auflage'Pkw-Klimaanlagen' - 2. erweiterte Auflage'Motormanagement-Sensoren' - 2. erweiterte AuflageNEU - 'Praxishandbuch Pkw-Bremsen'

KRAFTHAND.newsletter kostenfrei abonnieren

Wöchentliche Werkstattpraxisinfos: zur Anmeldung »

Folgen Sie KRAFTHAND auf Facebook

Das Technikmagazin Krafthand auf Facebook - www.facebook.com/krafthand

News, Videos, Bilder und Einblicke in die Arbeit der Redaktion: zum Profil »

Der Online-Shop für das Kfz-Gewerbe!

Fachbücher, Software, Organisationsmittel, Werbemittel, Formulare, Geschäftsdrucke, Werkstatt- und Bürobedarf - Krafthand-Shop.de

Fachbücher, Software, Organisationsmittel, Werbemittel, Formulare, Geschäftsdrucke, Werkstatt- und Bürobedarf: zum Shop »

BorgWarner Skyscraper September 2017
Conti Teves Autodiagnos Skyscr. Sept.Advertisement" border="0" />