Oldtimer: Triumph TR7

Ein Schock für die Fans des TR6

Die Klappscheinwerfer ließen den Triumph TR7 besonders aussehen. Im Bild ein tannengrüner Roadster von 1980. Bild: sue – stock.adobe.com

Mit dem TR7 wollte Triumph Mitte der 1970er Jahre eine neue Zeit einläuten – und stieß die TR-Roadster-Fangemeinde erst einmal gehörig vor den Kopf.

Unter der Schnauze des TR6 grummelte ein Sechszylinder, der Fahrer blickte auf sportliche Rundinstrumente sowie reichlich Holz, dabei blies ihm der Wind um die Nase. Ein angenehmes Fahrgefühl – doch plötzlich war Schluss damit. Denn die USA als damals wichtigster Absatzmarkt drohten mit neuen Sicherheits- und Umweltanforderungen. In vorauseilendem Gehorsam stellte Triumph seinen beliebten Roadster auf die Probe – das Ergebnis war ein Desaster. Also musste ein neues Auto her. Allerdings trauten die Roadster-Fans ihren Augen nicht, als der TR7 im Oktober 1975 vorgestellt wurde.

Statt der gewohnten runden Formen sahen sie ein flaches, eckiges, keilförmiges Gefährt. Und das Schlimmste: Es handelte sich nicht um einen Roadster, sondern um ein Coupé. Sollte die Enttäuschung vielleicht unbegründet sein? Durchaus, denn Triumph war den neuen Anforderungen mit Mut und Vernunft begegnet. Mit Mut, da sich die Karosserie – erstmals selbsttragend – bald als ihrer Zeit weit voraus entpuppte, zum Beispiel mit den in Europa noch kaum bekannten Klappscheinwerfern. Und mit Vernunft, weil der Autobauer Schnickschnack vermied und auf eine einfache, solide Technik setzte.

Das gerade mal 1.000 Kilogramm schwere Coupé gab es nur mit einem zwei Liter großen Vier-Zylinder-Aggregat mit Vergaser, das in der europäischen Version 106 PS leistete. Auch die Ausstattung fiel eher bodenständig aus: Kurbelfenster, keine Servolenkung und viel Plastik. Für den Einführungspreis von 17.000 D-Mark bekam der Käufer in Deutschland allerdings ein gutes Auto: Zwar war das auf den USA-Markt angepasste Fahrwerk etwas weich, doch dank der ruppigen Vier-Gang-Schaltung stellte sich reichlich Fahrspaß ein.

Vom Coupé zum Roadster

1979 gab Triumph dann doch klein bei und präsentierte den TR7 Roadster. Stets mit einem Blick auf den US-amerikanischen Absatzmarkt legten die Briten 1980 auch den TR8 nach, der nichts anderes war als ein TR7 mit einem 3.5-l-V8-Motor von Rover. Weil der für den Vergaser etwas mehr Platz brauchte, erhielt die Motorhaube eine zusätzliche Ausbuchtung. Späte TR7-Einheiten sind vom TR8-Modell optisch jedoch nicht zu unterscheiden, da die Motorhaube mit Ausbuchtung aus Kostengründen auch für den TR7 verwendet wurde. Bis zum Produktionsende 1981 rollten rund 115.000 TR7 und einige TR8 vom Band – weit mehr Fahrzeuge, als vom beliebten TR6 oder gar vom Spitfire jemals verkauft wurden.

Der Innenraum ist schlicht gehalten ohne viel Schnickschnack. Bild: insideportugal – stock.adobe.com

In Oldtimerkreisen genießen die „letzten richtigen Sportwagen“ des Autobauers einen ordentlichen Ruf, da mit der einfachen Technik leicht umzugehen ist und gängige technische Teile relativ gut zu beschaffen sind. Nur rostanfällig war der TR7 schon immer. Gut erhaltene Roadster sind rar und kosten mittlerweile über 10.000 Euro, ein offener TR8 kann auch mal die 20.000-Euro-Grenze überschreiten.

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