Editorial

Die Coronakrise geht uns alle an

längst ist klar, dass die Coronakrise das Jahr 2020 beherrscht. Menschliche Tragödien gepaart mit großen wirtschaftlichen Einbußen fordern alle Teile der Bevölkerung. Und genau deshalb rege ich mich über einige Personen hierzulande auf, weil sie offenbar den Schuss noch nicht gehört haben (Stand: Redaktionsschluss 19. März). Ich meine jene, die sich in städtischen Parks lustig in großen Runden auf ein Bier treffen, trotz der dringlichen Bitten der Behörden, soziale Kontakte wo es nur geht zu vermeiden.

Und weil unter den Vergnügungslustigen überwiegend junge und deshalb nicht zur Corona-Risikogruppe zählende Menschen waren, frage ich mich: Wie viele davon sympathisieren mit der Fridays-for-Future-Bewegung und mahnen aus Umweltschutzgründen im großen Stil Verzicht in Sachen Mobilität an, verteufeln SUVs und zum Teil sogar den ganzen Autoverkehr? Es wäre perfide. Denn wer ernsthaft Verzicht (von anderen) fordert, muss auch selbst dazu bereit sein.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Mir geht es nicht um Jung gegen Alt oder Alt gegen Jung und schon gar nicht will ich Verhaltensweisen pauschalisieren. Es gilt immer und in jedem Fall zu differenzieren. Und vor allem habe ich nichts gegen Fridays for Future – die Bewegung ist Ausdruck einer offenen Gesellschaft, in der jeder seine Meinung kundtun kann. Obwohl mir persönlich einige ihrer Forderungen zu sehr über‘s Ziel hinausschießen. Vor allem deshalb, weil die Automobilwirtschaft und damit die gesamte Kfz-Branche nicht nur pauschal an den Pranger, sondern sogar ihre Existenz in Frage gestellt wird.

Dabei zeigt doch jetzt die Coronakrise, in der Emissionen aufgrund eingeschränkten Flug-, Schiffs- und Straßenverkehrs deutlich geringer ausfallen, auf leider drastische Weise, was es für jeden Einzelnen und vor allem die Gesellschaft bedeutet, wenn eine auf Mobilität aufgebaute Wirtschaft wankt. Doch bei allen Einschnitten bin ich mir sicher, dass die Automobilwirtschaft und die Kfz-Branche sowohl die Coronakrise als auch alle Umweltdiskussionen überstehen werden. Einfach deshalb, weil Menschen individuell mobil sein wollen.


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