Editorial

Die Partikelmessung ist obsolet – vorerst

das Coronavirus und dessen Begleiterscheinungen bestimmen nunmehr seit einem Vierteljahr unseren Alltag. Inzwischen schon derart, dass dieses kleine Biest den sonst meist am Anfang eines Smalltalks stehenden Plausch über das Wetter auf Platz zwei verdrängt hat. Außer solchen nebensächlichen, aufgrund des wirtschaftlichen Abbruchs teils aber auch wirklich tiefgreifenden Veränderungen bewirkt das Virus aber auch einiges auf der Ebene politischer Entscheidungen und Verordnungen – nämlich dass sie wegen der Pandemie und des Ausnahmezustands auf der Strecke geblieben sind.

Das aber muss gar nicht immer schlecht sein, wie das Beispiel der Partikelmessung im Rahmen der AU zeigt. Sie sollte eigentlich ab Januar 2021 kommen. Diesen eh schon auf der Kippe stehenden Termin hat das Coronavirus endgültig zu Fall gebracht. Auch wenn es dafür zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch keine offizielle Bestätigung seitens des Verordnungsgebers gab, wird es nach Ansicht vieler tief in der Thematik steckender Experten dazu kommen. Viel zu sehr waren und sind die zuständigen Gremien im Krisenmodus, um die letzten noch offenen Details für diese Abgasmessung abzuarbeiten.

Für Werkstätten ist die Nichteinführung der Partikelmessung auf jeden Fall ein Segen. Denn die meisten (die weiterhin AUs an modernen Fahrzeugen machen wollen) sind froh, nicht schon wieder gezwungen zu werden, in neues und teures Testequipment zu investieren. Immerhin kostet ein Partikelmesser mehrere tausend Euro. Dabei ist aber auch klar: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So geistert in der Branche das Jahr 2023 als neues Einführungsdatum für die Partikelmessung herum.

Auch wenn dieser Termin nicht bestätigt ist, halte ich eine Verschiebung um zwei Jahre für angemessen, ja sogar mindestens für geboten. Zum einen bekommen Kfz-Betriebe dadurch mehr Zeit, ihre coronabedingten wirtschaftlichen Verluste etwas aufzuholen und zum anderen: Wer aus Erfahrung weiß, wie langsam die Mühlen schon ohne Coronakrise mahlen, um Vorgaben in Sachen AU auszuarbeiten, der kann sich vorstellen, dass ein Jahr quasi nur ein Wimpernschlag ist.

torsten.schmidt@krafthand.de

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