
Zurück im Thermomanagementgeschäft
Dr. Marcel Wiedmann über den Wiedereinstieg von Forvia Hella ins Geschäft mit Thermomanagementprodukten. Spannend dabei: Mit dem Servicekonzept CoolProtect will das Unternehmen freien Werkstätten technische Hilfe und Vorteile bei Reklamationen bieten.

Herr Wiedmann, bis zur Auflösung von Behr Hella war diese Marke für viele Werkstätten eine feste Instanz, wenn es um Ersatzteile rund ums Thermomanagement ging. Bedeutet der Wiedereinstieg von Hella in dieses Produktsegment nur eine „Rückwärtsrolle“ oder kommen neue Teilbereiche hinzu?
Ganz klar: Wir gehen nicht zurück, sondern nach vorn. Hella plant gezielt, innovative Technologien aus der Erstausrüstung wie den Coolant Control Hub und elektronische Ventilaktuatoren auch im Aftermarket verfügbar zu machen. Neben klassischen Komponenten wie Kühlern und Lüftern adressieren wir damit gezielt neue Bereiche – etwa das Thermomanagement von Hochvoltbatterien in E- und Hybridfahrzeugen. Unser Portfolio wird damit breiter, relevanter und moderner als je zuvor.
Behr Hella stand auch für sehr gute technische Hintergrundinformationen, die für freie Werkstätten auch in Hinblick auf die komplexen Thermomanagementsysteme von E-Autos wichtig sind. Wird auch dieses Engagement wiederbelebt?
Absolut. Unser Fokus liegt darauf, Werkstätten bestmöglich zu unterstützen – und genau dafür bündeln wir in der HELLA TECH WORLD alle relevanten technischen Informationen, praxisorientierte Onlinetrainings und hilfreiche Diagnosewerkzeuge an einem zentralen Ort. Mit unserem kostenlosen Servicekonzept CoolProtect gehen wir noch einen Schritt weiter: Im Reklamationsfall profitieren Werkstätten von einer schnellen und unkomplizierten Gutschrift für den Kompressor sowie – sofern betroffen – für weitere Komponenten wie Trockner oder Expansionsventil.
Auch zusätzliche Aus- und Einbaukosten werden nach AW-DOC vergütet. Die Registrierung für CoolProtect ist denkbar einfach und erfolgt direkt über die HELLA TECH WORLD. Voraussetzung ist lediglich die erfolgreiche Teilnahme an einem Hella-Kompressortraining oder einem anerkannten, vergleichbaren Training eines anderen Anbieters. Auf diese Weise machen wir freie Werkstätten fit für die Herausforderungen moderner Thermomanagementsysteme und bieten ihnen im Arbeitsalltag echte Unterstützung.
Mit welchen Produkten ist der Start geplant und wohin soll die Entwicklung in den nächsten Jahren gehen?
Wir sind Mitte des Jahres mit den wichtigsten Thermomanagementkomponenten gestartet: Kühler, Kondensatoren, Lüfter, Innenraumgebläse, Wärmetauscher und Klimakompressoren – für europäische und asiatische Modelle. Das sind bereits rund 1.000 Produkte. Bis 2027 wollen wir rund 6.000 Komponenten anbieten und das IAM-Sortiment eng mit unserem Angebot an Elektronikteilen verzahnen, also etwa Kühlmittelthermostate, Luftgütesensoren und Temperaturschalter. So wollen wir ein breites Portfolio anbieten, das den Bedarfen freier Werkstätten optimal gerecht wird.
Herr Wiedmann, vielen Dank.
Die Fragen stellte Torsten Schmidt




















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