ZDK fordert Hardwarenachrüstung für ältere Diesel

Einige Hersteller von Ab­gas­rei­ni­gungs­sys­te­men wie Twintec geben an, dass eine Nach­rüstung auf die Euro-6-Norm bei vielen Fahr­zeugen möglich ist. Finanziell soll sich die Nachrüst­lösung mit ungefähr 1.500 Euro (ohne Einbaukosten) in Gren-
zen halten. Bild: Twintec

Ergänzend zu den geplanten Software-Updates zur Schadstoffreduzierung fordert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zusätzliche Hardwarelösungen – insbesondere für Euro-5-Diesel.

Der Verband betont, wer sich trotz Krise im Glanz hoher Quartalsgewinne präsentiere, müsse von sich aus alles tun, um das Vertrauen der verunsicherten Kunden zurückzugewinnen und Fahrverbote nachhaltig vermeiden zu helfen.

Darüber hinaus betont der ZDK, dass die Hardwarenachrüstung außerdem dazu beiträgt, die Restwerte der betroffenen Fahrzeuge zu stabilisieren. „Wenn die Hersteller ihrer Verantwortung als Verursacher der Dieselkrise gerecht werden wollen, sollten sie sich schleunigst um die Entwicklung wirksamer Nachrüstlösungen kümmern“, so ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.

Wie Tests mit nachgerüsteter AdBlue-Harnstoffeinspritzung und SCR-Katalysator gezeigt haben sollen, lässt sich ein Euro-5-Diesel beim Stickoxidausstoß auf Euro 6c-Niveau verbessern. Angaben zufolge sind bei der Reduzierung des NOx-Ausstoßes bis zu 90 Prozent möglich. Funktionsfähige Hardwarelösungen seien zwar aufwendiger als die angekündigten Software-Updates, aber viel wirksamer und durchaus machbar.

Die Kosten für Entwicklung und Umrüstung dürfen laut ZDK auf keinen Fall die Händler oder gar die Dieselfahrer tragen. Sinnvoll könne laut Karpinski eine staatliche Umrüstprämie sein.