Während es im ersten Teil (Ausgabe 11/2018) dieser Artikelserie um den Aufbau und die Diagnose am Niederdruckkreis des Common-Rail-Systems geht, erklärt diese Fortsetzun, wie an der Hochdruckseite Fehler an der Hydraulik zu finden sind. Und im dritten und letzten Teil (Ausgabe 13-14/2018) dreht es sich um elektrische Prüfungen.

Wenn die in Teil 1 beschriebene Überprüfung des Niederdruckteils keine Fehler ergeben hat, wird der Hochdruckteil überprüft. Und zwar zunächst hydraulisch.

Die Prüfung der Hydraulik der Hochdruckseite

Springt ein Motor nicht an und die Daten liste zeigt den Fehler Raildruck zu niedrig“, sollte der Kfz-Profi über die Daten liste oder mit einem Oszilloskop den Raildruckverlauf während des Startvorgangs prüfen. Da bei vielen Steuergeräten die Eigendiagnose während des Startvorgangs aussteigt, empfiehlt es sich in diesem Fall, die Signalspannung des Raildrucksensors zu überprüfen (siehe untere Bildergalerie).

Ist dessen Pinbelegung nicht bekannt, lässt sich diese mit einem Spannungsmesser schnell ermitteln: Man schließt das Voltmeter an die Motormasse und nacheinander an alle drei Pins an. Nach dem Einschalten der Zündung liegen an einem Pin 5 V an. Das ist die Spannungsversorgung des Sensors. Bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor beträgt die Signalspannung 0,5 V. Der Pin, an dem keine Spannung gegenüber Masse anliegt, ist die Signalmasse.

Zum Messen der Signalspannung eignet sich ein Voltmeter oder besser ein Oszilloskop, das an die Signalspannung und an die Signalmasse angeschlossen wird. Hier gilt die Faustregel für den Startvorgang: nach 1 Sekunde mindestens 1 V Signalspannung. Nur bei Denso-Anlagen beträgt die Signalspannung bei eingeschalteter Zündung 1 V und im Leerlauf 1,5 V (siehe Bild unten).

Ist der Motor angesprungen, lässt der Mechatroniker ihn einige Sekunden im Leerlauf laufen, schaltet die Zündung aus und sofort wieder ein. So kann er den Raildruckverlauf nach dem Motorstopp bewerten. Bei Anlagen mit einem Hochdruckregelventil fällt der Druck schlagartig auf 50 bis 100 bar ab und sinkt in den nächsten 15 bis 20 Sekunden langsam auf Atmosphärendruck.

Bei Anlagen ohne Hochdruckregelventil, bei denen der Druck nur über ein Mengensteuerventil geregelt wird, sinkt der Druck bei Motorstopp langsam vom Leerlaufdruck auf Atmosphärendruck. Wird der Raildruckverlauf mit der Datenliste beurteilt, gilt je nach Anlage als Mindestdruck ein Raildruck zwischen 180 und 250 bar. Wenn dieser Mindestdruck beim Motorstart nicht erreicht wird, steuert das Steuergerät die Injektoren nicht an.

Die Prüfung des Hochdruckregelventils

In diesem Fall sollte der Kfz-Profi nicht sofort die Hochdruckpumpe verdächtigen, sondern zuerst sicherstellen, dass der Niederdruckteil in Ordnung und der Hochdruckteil dicht ist. Denn bei Undichtigkeiten am Hochdruckregelventil oder an den Injektoren kann auch eine intakte Hochdruckpumpe keinen Hochdruck aufbauen.

Zur Prüfung des Hochdruckregelventils ist die Leitung am Rücklauf des Hochdruckregelventils abzuziehen (siehe Bild) und eine durchsichtige Leitung an den Stutzen anzuschließen, die zu einem Messbecher führt. Während des Motorstarts darf bis zum Erreichen des Mindestdrucks nur eine kleine Kraftstoffmenge aus dem Rücklauf austreten. Andernfalls ist das Hochdruckregelventil undicht. >