Vor 40 Jahren: Citroën präsentiert ‚GS Birotor‘ mit Zweischeiben-Wankelmotor

Zu hoher Verbrauch: Der Zweischeiben-Wankelmotor (links) des Citroën GS Birotor benötigte 14 Liter Sprit auf 100 km. Foto: Citroën

Vor 40 Jahren, im Herbst 1973, präsentierte Citroën auf der IAA in Frankfurt den Citroën GS Birotor. Aufgrund einer hohen Laufruhe und Drehfreude bot der Zweischeiben-Wankelmotor im Vergleich zur herkömmlichen Motorisierung des Citroën GS ein neues Fahrgefühl.

Der ausgewuchtete Birotor verfügte über keinerlei Vibrationen. Daher war auch sein Geräuschpegel bis in den hohen Drehzahlbereich niedrig. Der wassergekühlte Zweischeiben-Wankelmotor war mit acht Hauptelementen vergleichsweise einfach aufgebaut: Neben zwei Trachoiden und einem Zwischenteil zur Trennung der beiden Trachoiden verfügte der Birotor über zwei Seitenteile vorne und hinten, zwei Kreis-Kolben, auch Rotor genannt, sowie die Motorwelle mit zwei Exzentern.

Viertaktsystem
Das Viertaktsystem funktionierte ohne Ventile, Federn, Kipphebel, Stangen oder Nockenwellen. Im ersten Takt drang das Kraftstoff-Luftgemisch durch den Ansaugkanal ein. Der Kolben verschloss im zweiten Takt die Einlassöffnung und verdichtete somit das Gemisch. Die durch die Zündkerzen erzeugten Funken zündeten das Kraftstoff-Luft-Gemisch in dem Moment, in dem der Verdichtungsdruck maximal war. Die Expansion versetzte im dritten Takt den Kolben in Drehung und lieferte dank der auf die Kolbenfläche ausgeübten Druckkräfte die notwendige Antriebsenergie. Im vierten und letzten Takt gab der Kolben die Auslassöffnung frei, so dass die verbrannten Gase ausströmen konnten.

Die Produktion des Zweischeiben-Wankelmotors Birotor Typ 624 basiert auf einer Kooperation mit der Firma Comotor S.A., einem Gemeinschaftsunternehmen von Citroën und NSU. Zwischen März 1974 und März 1975 wurden insgesamt nur 847 Citroën GS Birotor im Motorenwerk in Altfortweiler an der Saar hergestellt.

Eine geänderte Marktsituation war der Grund für das frühe Aus des Birotors: Wegen der Energiekrise Mitte der 1970er Jahre wurde der für Deutschland geplante Verkauf des Citroën GS Birotor zum Preis von 14.500 D-Mark noch vor dem Verkaufsstart gestoppt, da dem Motor bei einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 14 l/100 km keine guten Marktchancen eingeräumt wurden.

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