Fahrerassistenzsysteme

Unterwegs zum autonomen Fahren

Fahrercockpit Konzeptauto, Continental
Der Fahrer muss beim hochautomatisierten Fahren das System nicht mehr vollständig dauerhaft selbst überwachen. Bild: Continental

Wann kommt die letzte Stufe?

Verschiedene Branchenexperten zögern, sich eindeutig festzulegen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilt dazu mit: Wann dieser Automatisierungsgrad erreicht sein wird, lässt sich heute noch nicht benennen. Der Fokus der Forschung und Entwicklung liege zunächst auf den Automatisierungsgraden des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens. Das vollautomatisierte Fahren auf der Autobahn werde voraussichtlich in der übernächsten Dekade möglich sein. Dazu passt auch eine Prognose von Volvo. So rechnet der Autobauer vor, durch selbstfahrende und vernetzte Fahrzeuge würden die Unfallzahlen bis 2035 um etwa 80 Prozent sinken.

Autohersteller wie Volkswagen oder Daimler haben erst kürzlich angekündigt, das autonome Fahren entwicklungstechnisch rasch voranzutreiben. Erfolgreiche Tests mit Versuchsfahrzeugen gibt es bereits. Die traditionellen Hersteller liefern sich hierbei einen scharfen Wettbewerb mit Internetgiganten wie Apple oder Google. Immer wieder wird über ein ‚iCar’ gemutmaßt. Somit spricht alles dafür, dass autonomes Fahren tatsächlich die Realität der Zukunft ist. Bei der technischen Umsetzung gibt es sicher noch einige Hürden zu überwinden. Doch auch ethische Aspekte werfen einige Fragestellungen auf, über die noch zu diskutieren sein wird (siehe Kasten).

Die Ethikfrage

Bremsen für wen?

Die gesetzlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen beim autonomen Fahren lassen sich sicher lösen. Doch einige ethische Aspekte sind umstritten. Was wäre beispielsweise im folgenden Fall (‚Ausweichdilemma’) die richtige Reaktion? Das autonome Fahrzeug fährt die Straße entlang, ein Kind läuft plötzlich auf die Fahrbahn. Ein Unfall lässt sich aufgrund der sehr kurzen Entfernung nicht mehr vermeiden – der Bremsweg ist zu kurz. Wie soll das Fahrzeug reagieren? Nach rechts ausweichen auf den Bürgersteig, direkt hinein in eine Menschengruppe? Oder nach links direkt in den Gegenverkehr? Oder soll das Kind angefahren werden?

In solchen Fällen reagiert der Fahrer bislang intuitiv. Beim autonomen Fahren muss der Hersteller und damit der Programmierer für solche Fälle ein bestimmtes Reaktionsszenario einprogrammieren. Doch wie soll die Reaktion aussehen? Das Fahrzeug entscheidet damit sozusagen über Leben, Tod, Unversehrtheit und Gesundheit von Menschen. Diese Fragen werden nicht nur die Hersteller und die Branche noch lange beschäftigen, sondern auch zu kontroversen Diskussionen führen. rla

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