Solider Japaner

Testfahrt mit dem Mitsubishi Eclipse

Mit dem Eclipse Cross bringt Mitsubishi seit Langem wieder ein Elektroauto auf den Markt – mit gemeinschaftlicher Technik der Allianz Mitsubishi, Renault und Nissan.

Mitsubishi Eclipse Fahrbericht
Dem Mitsubishi Eclipse Cross ist seine Ähnlichkeit mit dem Renault Scenic E-Tech anzusehen. Dennoch unterscheidet sich das Blechgewand. In der Diamant-TOP-Ausführung unseres Testwagens ist unter anderem der MI-PILOT an Bord, der einen adaptiven Tempomat mit einem aktiven Spurfolgeassistenten kombiniert. Bilder: Schuster

Bekanntlich teilen sich die Autobauer Mitsubishi, Renault und Nissan gemeinsame Technik für verschiedene Modelle. Diese kommt auch im Eclipse Cross zum Einsatz: Er ist das Pendant zum Renault Scenic E-Tech. Dies verdeutlicht auch der Fahrzeugschein, in dem Renault als Hersteller genannt wird. So basiert der Eclipse Cross auf der CMF-EV-Plattform, die ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt der drei OEMs ist.

Batterie und Antrieb

Zur Einführung des Eclipse steht ausschließlich eine Langstreckenbatterie mit 87 kWh zur Verfügung, während die Mittelstreckenversion im Lauf dieses Jahres folgen soll. Die Reichweite liegt bei über 600 Kilometern, die nicht zuletzt durch den serienmäßigen Verbau einer Wärmepumpe ermöglicht werden.

Zusätzlich hat der SUV eine PTC-Innenraumheizung, die ein schnelles Aufheizen ohne Zeitverzug sicherstellt. Der elektrisch erregte Synchronmotor (EESM) ist mit einem Einganggetriebe untersetzt, hat eine Leistung von 160 kW und liefert ein Drehmoment von 300 Nm.

Motor Mitsubishi Eclipse
Dass Mitsubishi mit Renault kooperiert, ist kein Geheimnis: Das Renault-Logo ist auf den meisten Teilen eingeprägt.

Konnektivität und FAS

Ein 12,3 Zoll großer Bildschirm fungiert als Schnittstelle zwischen Fahrer und Auto: Er ist im Format 3:4 ausgeführt und hat eine Auflösung von 960 x 1.280 Pixel. Ab der Ausstattungsvariante Intro ist Google integriert, was neben Maps und für das Auto geeignete Apps auch den Assistant zur Verfügung stellt. Sprachbefehle lassen sich so zur Steuerung von Navigation, Medienstreamings sowie von Telefon- und Fahrzeugfunktionen verwenden.

Daneben verfügt der Eclipse über (ausstattungsabhängig) 20 Fahrerassistenzsysteme, darunter das MI-PILOT-System. Durch Verknüpfung der adaptiven Tempoautomatik mit Stop & Go in Verbindung mit dem Spurfolgeassistenten (LCA) passt der MI-PILOT die Geschwindigkeit proaktiv an die Straßenverhältnisse an, hält das Fahrzeug in der Spur und bringt es bei Bedarf vollständig zum Stillstand. Die Umgebung erfassen zwölf Ultraschallsensoren, vier Kameras sowie ein Frontradar.

Interessant: Auf Wunsch zeigt das Infotainmentsystem des C-SUV einen Eco-Score an, der ein Indikator für umweltfreundliches Fahren ist. Basierend auf Beschleunigung und vorrausschauendem Fahrverhalten wird ein Score bis 100 berechnet und über den zentralen Bildschirm angezeigt. Wer seinen Eco Score verbessern möchte, kann ein vom Fahrzeug angebotenes Eco-Coaching in Anspruch nehmen: Enthalten sind Ratschläge auf der Grundlage der Punktzahl sowie Tipps zum allgemeinen Fahrstil, zur Beschleunigung und zum vorausschauenden Fahren.

Technische Daten des Mitsubishi Eclipse Cross Diamant TOP

Leistung: 160 kW/218 PS
Drehmoment: 300 Nm, Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung: 7,9 s
Stromverbrauch: 16,7 – 17,1 kWh/100 km
Reichweite: 627 km
Batteriekapazität: 87 kWh (400 V)
Max. Laden DC: 150 kW/37 min (15 bis 80 %)
Anhängelast: 1.100 kg
Preis: ab 45.390 Euro

Meinung zum Mitsubishi Eclipse Cross

Der Mitsubishi Eclipse ist kein Fahrzeug mit herausstechenden oder exklusiven Eigenschaften. Genau das macht den Japaner aus und durchaus sympathisch: Er will ein Auto für die breite Masse sein, und dieses Ziel hat er erreicht. Zumindest sehen das alle Testfahrer in der Krafthand-Redaktion so: Im Tenor ist von einem soliden Auto die Rede, das die Insassen gutmütig von A nach B bringt

Dabei spielt sicher die Technik der Franzosen eine Rolle, die bereits seit einiger Zeit erfolgreich E-Autos bauen, während Mitsubishi an diese Erfahrung (noch) nicht anknüpfen kann. Aber auch nicht muss, denn die Kooperation von Nissan-Mitsubishi-Renault ermöglicht den Quertausch von Technologie.

Die spielt besonders in der Reichweite ihre Stärken aus, denn die angezeigten rund 600 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp erschienen mir nach einigen Testfahrten durchaus plausibel – bei gemäßigter Betätigung des Gaspedals wohlgemerkt.

Bei voller Betätigung übrigens erzeugt der Wagen nur bedingt das bekannte „Flugzeuggefühl“ von E-Autos. Doch für den Japaner gilt: Der Eclipse will kein Düsenjet sein; vielmehr hat er eine ausdauernde (Reise-)Natur.

Davon profitieren auch die Passagiere im Fond, die sich über ein für einen Kompakt-SUV überaus großzügiges Platzangebot freuen dürfen.

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