Seitenblicke: Rallycross in Norwegen – Hitze, Staub und Turbopower

Staubige Angelegenheit: FIA-Rallycross WM/EM in Hell bei Trondheim. Bild: Blenk

Am vergangenen Wochenende fanden im norwegischen Hell (in der Nähe von Trondheim) die FIA Rallycross-Welt- und Europameisterschaftsläufe (WRX, ERX) statt. Krafthand besuchte Hedströms-Motorsport aus Schweden und schaute dem Rennboliden unter die Haube. Das Team wird vom Ulmer Schmierstoffhersteller Liqui Moly unterstützt und tritt in der in der FIA-Rallycross-Europameisterschaft an.

Im Gegensatz zur Rallye-Weltmeisterschaft werden beim Rallycross sämtliche Läufe auf eigens präparierten Rundkursen gefahren. Angetreten wird nicht gegen die Uhr, sondern im direkten Wettbewerb (Sechs Fahrzeuge/Lauf) gegeneinander. Die Rennen finden auf verschiedenen Untergründen wie Schotter, Sand, Asphalt oder einem entsprechendem Mix statt. Vergleichbar ist die WRX/ERX mit den Supermoto-Veranstaltungen im Motorradbereich.

Weltmeisterschaft – prominent besetzt
In der WM treten ausschließlich Fahrzeuge der Kategorie ‚Supercar‘ an. Die rund 600 PS starken Boliden verfügen über Allradantrieb und beschleunigen in unter zwei Sekunden auf Tempo 100. Für den Vortrieb sorgen Motoren mit maximal zwei Liter Hubraum sowie Turboaufladung. Mit von der Partie sind unter anderem Fahrer wie der norwegische Ex-WRC-Pilot Petter Solberg auf Citroën DS3 oder der schwedische DTM-Fahrer Mattias Ekström auf einem Audi D1.

Europameisterschaft
Die EM ist in verschiedene Fahrzeugklassen aufgeteilt. Neben den Supercars kommen Fahrzeuge der Kategorie ‚Super1600‘ mit Frontantrieb und 1,6 Liter Hubraum zum Einsatz. Eine weitere Klasse bilden die ‚Touring Cars‘, die über Heckantrieb und zwei Liter Hubraum verfügen.

Hedströms-Motorsport
Mit Hedströms-Motorsport tritt ein professionell geführtes Team bei der FIA Rallycross-Europameisterschaft an. Greift Pilot Peter Hedström normalerweise in einem Skoda Fabia Supercar ins Lenkrad, so musste in Hell aufgrund technischer Probleme ein Ersatzfahrzeug her. Der eigens für die ERX aufgebaute Ford Fiesta stand dem Skoda jedoch in nichts nach. "Wenn wir den Luftmengenbegrenzer (Restriktor) vor dem Turbolader entfernen verfügen wir sogar über rund 800 PS", erklärt Peter Hedström. Die Leistung ist bei den Supercars jedoch auf maximal 600 PS begrenzt. Dies reicht beileibe aus. Durch das Leistungsgewicht schafft es das Fahrzeug unter zwei Sekunden auf 100km/h zu beschleunigen.


Die technische Daten: Ford Fiesta Supercar

  • Motor: 4 Zylinder, 16 Ventile Ford Duratec HE 2030cc (Olsbergs Design), rund 600 PS.
  • Motorenöl: Liqui Moly Synthoil Race Tech GT1 10W-60.
  • Antrieb: Permanenter Vierradantrieb, sequentielle Sechs-Gang-Schaltbox, Kupplung aus Kohlefaser.
  • Tank: FIA FT3 Tank, speziell geschützt, 20 Liter Fassungsvermögen
  • Abmessungen: Länge 3.959 mm, Breite 1.836 mm, Radstand 2.489 mm
  • Gewicht: 1.300 kg inklusive Fahrer


Hedströms-Motorsport: Das Wochenende in der ‚Hölle‘

Das Rennwochenende verlief trotz vielversprechender Rundenzeiten für Hedströms-Motorsport nicht optimal. Konnte man noch einen Zwischenlauf fast souverän für sich entscheiden, schied Peter Hedström leider im Halbfinale aus. "This is racing, the next time it would getting better", so Peter. Tobias Gerstlauer, Pressesprecher Deutschland bei Liqui Moly zeigte sich zufrieden: "Die Veranstaltung ist phänomenal. Tausende Zuschauer konnten bei strahlendem Sonnenschein ein tolles Rennwochenende erleben und wir sind stolz auf die Leistung von Peter Hedström."

Ein Video zur FIA Rallycross WM/EM (ein Turn) finden Sie auf der Krafthand-Facebook-Fanpage.