Schwarz oder Gelb?

Auch hinsichtlich der Gasdrücke gibt es bei Bilstein kein generelles Unterscheidungsmerkmal zwischen B4- (schwarz) und B6-Dämpfern (gelb). Die einzelnen Drücke unterscheiden sich laut Hersteller vor allem aufgrund der unterschiedlichen Fahrzeug parameter. Als Gas wird übrigens in allen Varianten reines Stickstoffgas verwendet. Bilder: Bilstein.

Die B6-Stoßdämpfer bieten einen verbesserten Serienersatz zum Standard-B4-Dämpfer, so bewirbt Bilstein sein Premiumprodukt in der Außenkommunikation. Worin genau liegen aber die Unterschiede zwischen den einzelnen Dämpfertypen? KRAFTHAND erhielt teils über raschende Antworten vom Hersteller.

B4 und B6 sind schon lange ein Begriff in der Werkstatt. Kfz-Profis wissen, dass es sich bei diesen Abkürzungen um Stoßdämpfertypen der Marke Bilstein handelt und dass der B6-Dämpfer der teurere der beiden ist. Worin liegt aber eigentlich der Unterschied, von der gelben Farbe des teureren Produkts einmal abgesehen?

Die erste Überraschung bei den Herstelleraussagen ist, dass es keine bestimmte Technologie gibt, die einen generellen Unterschied zwischen den beiden Dämpfertypen ausmacht. Rainer Popiol, Schulungsleiter bei Bilstein, sagte dazu wörtlich: Jede Fahrzeugapplikation erfordert ein Stoßdämpfer-Unikat, auch wenn die Unterschiede gering ausfallen können. Je nach Bauart, also Ein- oder Zweirohr-Stoßdämpfer, technischen Vorgaben, Kennung und Einbauraum existieren leichte Abweichungen bei Dicke und Länge der Kolbenstangen. Ob es sich dabei jedoch um einen B4 oder B6 handelt, ist zweitrangig.“

Das bedeutet: Wird eine hochwertige Technologie serienmäßig verwendet, so ist auch der B4-Dämpfer mit allen Raffinessen ausgestattet. Somit kann es also passieren, dass bereits dieser ein hochentwickelter Einrohr-Gasdruckstoßdämpfer mit Upside-down-Technologie ist.

Upside down ist kein Marketinggag

Der zweite interessante Punkt ist, dass die Einrohrtechnik trotz der konzeptbedingten besseren Wärmeableitung und der geringeren Neigung zur Dampfblasenbildung – wie ab Seite 36 beschrieben – nicht in jedem Fall in der B6-Aus führung zu finden ist. Popiol gab deshalb auf Nachfrage von KRAFTHAND an: Bei unseren B6-Hochleistungsdämpfern kommt zu circa 95 Prozent die Einrohrtechnik zum Einsatz. Im Einzelfall weichen wir aus technischen Gründen davon ab, um für jedes einzelne Fahrzeugmodell die optimale Lösung zu finden.“

Darüber hinaus ist auch die Up side-down-Technologie kein Standardmerkmal eines B6-Dämpfers, denn hier gilt ebenfalls: Bilstein setzt die Upside- down-Technik nicht als generellen Marketinggag ein, sondern dort, wo sie technisch Sinn macht. Und das ist vor allem bei Frontantriebsfahrzeugen mit Mc Pherson-Federbein der Fall , betont der Experte weiter.

Nur ein klarer Unterschied

Somit gibt es nur einen klaren Unterschied, der zwischen den beiden Dämpfern existiert: Der B6-Dämpfer ist grundsätzlich immer für eine noch höhere Dämpfungsleistung ausgelegt. Zum einen macht sich das durch größere Ventile und damit zumeist auch durch größere Arbeitskolben bemerkbar. Zum anderen gewährleisten leistungsfähigere Beschichtungen an Außen- und Innenrohr verbesserte Standfestigkeiten.

Laut Bilstein sind die B6-Dämpfer den Serienkomponenten vor allem in folgenden Punkten überlegen: Sicherheit und Performance, Traktion, Handling, Bodenhaftung und Spurstabilität im Alltag und in Extremsituationen sowie bei Anhängerbetrieb oder häufigen Fahrten mit Beladung.