Drei Redakteure der KRAFTHAND haben den neuen BMW X7 einem Praxistest unterzogen und hier aufgeschrieben, wie sie mit dem „König von Bayern“ zufrieden waren.

Rudolf Guranti

Ich will jetzt keine Diskussion übers Klima führen und auch nicht, ob man einen Offroader von über 5 m Länge braucht, um den Nachwuchs zum Kindergarten zu bringen. Trotz aller Gretas wird es weiterhin große Reiseautos geben. Das Killerargument lautet Marktwirtschaft. Alles in allem ist der X7 vielleicht nicht das Auto, auf das die Welt gewartet hat. Dennoch erhalten die Käufer, vorwiegend Chinesen, Osteuropäer und Amerikaner, einen sehr geräumigen, komfortablen, durchaus agilen und sogar geländetauglichen BMW, der auch auf unseren etwas schmäleren Straßen Fahrspaß pur bietet. Einziger Wermutstropfen: Eine Fahrt ins Parkhaus wird mit dem Gefährt eher ungemütlich, da ständig sämtliche Parksensoren piepsen.

Benjamin Schleich

Eigentlich mag ich BMW. Aber das ist einfach too much. Zu groß und zu viel Bling-Bling. Ein bisschen wie Bigfoot in Schlumpfhausen. Das ehemals edle Erkennungszeichen der Münchner, die klassische Niere sprengt beim X7 alle Grenzen. Format zweiflügeliges Scheunentor – echt jetzt? Und dann ist das Teil sogar noch beleuchtet. „Iconic Glow“ heißt das bei BMW. Der Eindruck ist für mich weniger „iconic“, eher „proletic“, aber das ist Geschmackssache. Fahren lässt er sich sehr angenehm, sieht man einmal vom Spritverbrauch ab. Aber rund 2,5 Tonnen wollen ja bewegt werden. Der Motor ist ein technischer Leckerbissen, doch wirklich Sinn mag das unhandliche Monster für mich einfach nicht ergeben.

Florian Zink

Gleich vorweg:Ich bin absolut kein SUV-Fan. Zu protzig, zu unvernünftig, zu nutzlos. Und da für mich ein BMW X1 schon keinen Sinn ergibt, erntet der BMW X7 bei mir nur noch größeres Unverständnis. Zugegeben, das Fahrzeug ist top verarbeitet und die verwendeten Materialien wie etwa Kristallglas und Leder machen einen hochwertigen Eindruck. Aber ein 3-l-Diesel-V6 mit vier Turboladern und 400 PS ist einfach aus der Zeit gefallen. Über 10 l/100 km sind nur ein weiterer Beweis der Sinnlosigkeit. Der Gipfel ist aber, dass bei drei Sitzreihen mit sechs beziehungsweise sieben vollwertigen Sitzplätzen ein Kofferraum bleibt, der mit 326 l eher eines Porsche 911 würdig ist als eines über fünf Meter langen Reisefahrzeugs.