Remanufacturing

Die Alternative zum Originalteil

Macht heute keine Werkstatt mehr: Anlasser zerlegen und etwa Kohlen oder Lager austauschen. Bilder: Borg Automotive

Abgesehen vom ökonomischen und ökologischen Nutzen interessierte KRAFTHAND die Fragen: Was konkret hat die Werkstatt von wiederaufgearbeiteten Teilen? Welche Teile eignen sich überhaupt für das Remanufacutring? Und was unterscheidet wiederaufbereitete Teile von Teilen frisch aus der Fabrik? Antworten hat Borg Automotive gegeben.

Das dänische Unternehmen ist seit fast 40 Jahren im Remanufacturing tätig und zählt mit drei nach Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001 zertifizierten Remanufacturing-Zentren in Europa zu den führenden Anbietern. Deutschlandchef Lars Hähnlein erklärt: Es gibt Ersatzteile, die sich besonders gut für Remanufacturing eignen.“ So habe sich Borg auf Anlasser, Lichtmaschinen, Klimakompressoren, Bremssättel, AGR-Ventile, Lenksäulen, Lenkungspumpen und Lenkgetriebe spezialisiert.

Auf Teile also, bei denen Guss- oder Metallgehäuse nach genauer Inspektion und sorgfältiger Reinigung weiterverwendet werden können. Die Verschleißteile dagegen werden ausgetauscht. So steht am Ende des Prozesses ein neuwertiges Produkt, das sich allerdings im Preis deutlich von einem neuen Originalteil oder neuen Aftermarket-Produkten unterscheidet.

Remanufacturing – im Werkstattjargon ist oft von wiederaufbereiteten oder Austauschteilen die Rede – hat nach wie vor seine Berechtigung, auch wenn einige Teilezulieferer eine andere Philosophie verfolgen.

Stresstest für jedes Bauteil

Ihre Produkte vertreiben die Nordeuropäer unter den Marken Elstock, Lucas und DRI. Was das Unternehmen nach eigenen Angaben im Markt besonders macht, ist der hohe Qualitätsanspruch.

Er sei zum einen daran zu erkennen, dass nur in Europa gefertigt würde. Zum anderen daran, dass Borg ausschließlich Originalprodukte für sein Remanufacturing verwende. Die Verschleißteile würden zudem durch hochwertige Komponenten ersetzt, die sich zuvor in vielen internen Testläufen beweisen müssten.

Am Beispiel der Wiederaufarbeitung von Anlassern und Lichtmaschinen wird deutlich, dass dabei viel Know-how und Präzision im Spiel ist. In diesen Produkten verrichten viele Verschleißteile ihren Dienst, darunter Magnetschalter, Getriebe, Kohlebürsten, Bürstenhalter, Rückstellfedern, Gleichrichter und viele mehr.

Professionelles Remanufacturing erfordert hier besonders viel Zeit – denn zunächst wird das komplette Bauteil auseinandergebaut, dann wird jede Komponente einzeln gereinigt und geprüft. Gehäuse und Bohrungen werden exakt vermessen und auf Maßhaltigkeit gecheckt.

Die Qualitätsprüfung ist auch beim Remanufacturing das A und O.

Teile, an denen der Zahn der Zeit erfahrungsgemäß besonders nagt, tauscht der Remanufacturer sofort aus, so etwa alle Bürsten, Lager, Gleitbuchsen und Dichtringe. Metallteile, die weiterverwendet werden können, erhalten eine neue Galvanisierung, um sie noch widerstandsfähiger zu machen.

Erst wenn jedes einzelne Teil überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht wurde, bauen wir den Anlasser wieder zusammen. Anschließend testen wir ihn nach den Spezifikationen der Automobilhersteller.“ Im End-of-Line-Test von Lichtmaschinen werden neben vielen anderen Parametern etwa die maximale Leistung, der Spannungssollwert und die Anlaufzeit jeder Lichtmaschine ermittelt. Jedem Ersatzteil liegt danach ein ausführliches Prüfprotokoll bei.