Titelbild KRAFTHAND 1-2/2017

KRAFTHAND 1-2/2017

Themenschwerpunkte:

  • Abgasuntersuchung sorgt weiter für Diskussion
  • Bremsen-Abdrehen wieder in?
  • Warum Bremsscheiben Löcher haben
  • Probefahrt mit dem BMW X4 M40i
  • Vorschriften: Das ändert sich 2017

Editorial

Noch macht der Verbrenner das Geschäft

vernetzte Fahrzeuge. E-Autos. Autonomes Fahren. In keinem Jahr wurde so viel über die Auswirkungen dieser Technologien gesprochen wie 2016. Und 2017 reißt die Diskussion darüber nicht ab. Einige Kritiker werden weiterhin den Abgesang auf den Verbrennungsmotor anstimmen, ja sogar auf ganze Autobauer. Diese hätten die Entwicklung verschlafen, heißt es oft. Doch so weit ist es noch lange nicht. Das werden beispielsweise der Genfer Automobilsalon im März und die IAA im September zeigen. Die deutschen Autobauer haben angekündigt, jetzt die Weichen zielgerichtet auf die E-Mobilität und die Vernetzung der Fahrzeuge zu stellen.

Diese Entwicklungen führen aber nicht überall zu uneingeschränkter Freude. Zahlreiche Branchenbeobachter fragen sich, ob und wie viele Arbeitsplätze diesen Technologien zum Opfer fallen – und vor allem wann. Dabei geht es nicht nur um Stellen bei Zulieferern und Autobauern, sondern auch in der Reparaturbranche. Denn E-Fahrzeuge sind weniger wartungsintensiv. Mit autonomen Autos sollen die Unfallzahlen und damit die Unfallreparaturen sinken.

Die Gretchenfrage bei alldem: Wann kommt die große Umwälzung? Zumindest nicht in den nächsten Monaten, nicht im nächsten Jahr und wohl auch nicht in ein, zwei oder drei Jahren. Um diesen Schluss zu ziehen, reicht ein Blick auf die traurige Bilanz der bislang verkauften Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Bislang verkaufen sich weder E- noch Hybridfahrzeuge nennenswert – trotz 4.000 Euro E-Prämie. Bis zum 1. Januar 2017 gab es nur 9.023 Prämienanträge.

Angesichts solcher Zahlen liegt der Schluss nahe, dass sich die Autobauer bislang intelligent verhalten und (noch) gar nichts verschlafen haben. Denn einer Branchenweisheit zufolge verliert derjenige Milliarden, der zu früh dran ist. Andererseits bestraft das Leben den, der zu spät kommt. Doch dass die deutsche Automobilindustrie zu spät dran sein sollte, davon kann keine Rede sein. Wer ist denn schon weiter? Tesla etwa? Letztlich produziert dieser – sicher innovative – E-Mobilitätsvorreiter nur für die Nische.

E-Autos sind einfach nach wie vor Exoten und werden es trotz aller Anstrengung auch noch länger bleiben. Und autonomes Fahren ist auch noch lange nicht Realität. Somit müssen Autobauer und die Reparaturbranche noch über Jahre ihr Geld mit dem Verbrennungsmotor und konventionellen Autos verdienen – auch weil die Kunden es (noch) so wollen.


Schwerpunktthemen dieser Ausgabe:

Aus der Rubrik: Werkstattpraxis
Aus der Rubrik: Automobiltechnik
Aus der Rubrik: Unternehmenspraxis