Fragestellung

Im Artikel „Mission impossible: Kann ein SCR-System nachgerüstet werden?“ der in der KRAFTHAND-Ausgabe 8/2019 erschienen ist, war von einer SCR-Nachrüstung die Rede, die nach dem DOC und dem DPF verbaut ist. Dieser Sachverhalt warf bei einigen unserer Leser Fragen auf. Unter anderem erreichte uns folgende Zuschrift:


Mit Interesse und Aufmerksamkeit habe ich Ihren Beitrag „Mission impossible: Kann ein SCR-System nachgerüstet werden?“ gelesen. Sie haben die technischen Lösungsmöglichkeiten für SCR-Nachrüstsysteme dargestellt, auf fehlende Verordnungen und Gesetze sowie die damit verbundenen notwendigen Aktivitäten des Gesetzgebers für eine zeitnahe Umsetzung hingewiesen. Dies hat mir als Leser Ihrer Zeitschrift alles sehr gut gefallen.

Ich erlaube mir eine Anmerkung: Im Funktionsschema auf Seite 34 tauchen linksseitig die Bauteile DOC und DPF auf, obwohl beide Positionen im Nachrüstsatz (in Pos.5 als SCR-Katalysator bezeichnet) von Oberland Mangold als auch von Twintec/Baumot enthalten sind. Problematisch erscheint mir in diesem Zusammenhang auch die Bildbeschreibung auf Seite 33: „Das Nachrüstsystem ist unterflur verbaut und in der Regel nach dem Oxidationskatalysator (DOC) und dem Dieselpartikelfilter (DPF) angeflanscht.“ Das würde ja bedeuten, dass beide Bauteile doppelt verbaut werden?

Bernd Hidde


Die Grafik zeigt das doppelte Vorhandensein von DOC und DPF, was zu Irritationen bei einigen Lesern führte. Quelle: Zink

Antwort der Redaktion

Die Grafik sowie die Bildtexte sind soweit korrekt. Es stimmt: DOC und DPF sind doppelt verbaut – wenn diese motornah im Abgasnachbehandlungssystem integriert sind. Der Grund: Die Nachrüster wollen und dürfen an den bestehenden Euro-5-Systemen nichts verändern. Dies wurde im Beitrag auf Seite 36 folgendermaßen erklärt: „Für einige Modelle wird sich die Unterbringung des SCR-Systems als schwierig bis unmöglich gestalten. Dazu gehört auch der von Baumot (TwinTec) für den ADAC umgerüstete Opel Astra. Bei dieser Modellreihe ist der Dieselpartikelfilter nicht motornah verbaut, sondern im Unterflurbereich. Hier gibt es lediglich die Möglichkeit, das SCR-System durch Austausch des serienmäßigen Partikelfilters zu integrieren. In der Praxis werden durch den Austausch von Originalteilen wie dem DPF allerdings erhöhte Anforderungen an die Funktion und Zulassung seitens des KBA gestellt“.

Im Klartext: Für die Nachrüster ist es leichter, ein zusätzliches SCR-System in ein bestehendes Abgasnachbehandlungssystem zu integrieren. Der Ausbau und die Veränderung bestehender Komponenten im Abgassystem sind mit zu großem Aufwand und damit zu hohen Kosten verbunden.