Kfz-Innung München-Oberbayern

Vorstand tritt nach „Vertrauensbruch“ geschlossen zurück

Richard Wagner
Von seinem Amt zurückgetreten: Richard Wagner, bisheriger Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern. Seine Stellvertreter und ein weiteres Vorstandsmitglied haben ebenfalls ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Bild: Kfz-Innung München-Oberbayern

Der Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern, Richard Wagner, und seine Stellvertreter, Peter Kathan und Mario Lössl, sind an diesem Dienstag von ihren Ämtern zurückgetreten. Dem Schritt angeschlossen hat sich das Vorstandsmitglied Michael Christl.

In der Pressemitteilung der Innung erklären die vier Herren:

„Wir mussten diesen Schritt gehen: Wir konnten uns nicht mehr auf die Loyalität der Mehrheit unseres Innungsvorstandes verlassen, mussten feststellen, dass man sich bereits vor Wochen gegen uns stellte und den Vertrauensbruch plante.  Es ist daher die logische Konsequenz, unsere Ämter zur Verfügung zu stellen, da wir fest davon überzeugt sind, zum Wohle der Kfz-Innung und Ihrer Mitgliedsbetriebe gehandelt zu haben. Diesen Weg wollten wir aus Verantwortung gegenüber unseren Innungsbetrieben nicht ändern.“

Die Zurückgetretenen bedanken sich bei Bezirksmeistern und „allen Freunden, mit denen die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit viel Freude bereitet hat.“

Peter Kathan
Auch Peter Kathan hat sein Amt als Vorstandsmitglied der Innung München-Oberbayern zur Verfügung gestellt. Bild: Kfz-Innung München-Oberbayern

Besonderer Dank gelte den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und den Ausbildern des Berufsbildungszentrums sowie den Prüfungsausschüssen und den Schulen. „Ein herzlicher Dank gebührt dem Schulleiter unseres Ausbildungszentrums Klaus Epple. Ihm wünschen wir, dass unsere Nachfolger das von uns leidenschaftlich auf einen zukunftsweisenden Weg gebrachte Neubauprojekt schnell und erfolgreich zu Ende bringen.“

Nach „Wegen einer gerechteren Interessenvertretung“ gesucht

Wie die vier Herren weiter mitteilen, sei ihre Amtszeit geprägt gewesen von der Suche nach „Wegen einer gerechten Interessenvertretung der größten Innung Deutschlands verbunden mit einer starken Ausrichtung der Tätigkeit der Innung an den Bedürfnissen der Mitgliedsbetriebe.“ Dazu habe man unter anderem eine dreimonatige Analyse der eingehenden Anfragen gestartet, um Arbeitsschwerpunkte zu finden.

Ein Ergebnis sei beispielsweise die Installation einer Lehrzeitverlängerung und Verschiebung der Zwischenprüfung für lernschwache Auszubildende gewesen, um ihnen einen möglichst erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen.

Mario Lössl
Ebenfalls zurückgetreten ist Mario Lössl. Bild: Kfz-Innung München-Oberbayern

Weiter heißt es: „Unsere Aktivitäten waren dabei stets gekennzeichnet von einem verantwortungsvollen Umgang mit den Mitgliedsbeiträgen. Hier galt es den seit vier Jahren defizitären Haushalt zu sanieren und Wege zur Finanzierung des dringend notwendigen Neubaus der Geschäftsstelle und des Bildungszentrums zu realisieren, etwa durch die Wertsteigerung der Bestandsimmobilie.“

Außerdem verweisen die ehemaligen Vorstandsmitglieder der Innung München-Oberbayern darauf, dass es zu den genannten Themen stets gemeinsame Beschlüsse des Verstandes gegeben habe.

Doch: „Unsere Versuche, Kontroversen mit dem Landesinnungsverband einvernehmlich zu lösen, wurden hintergangen und konterkariert, leider auch aus den eigenen Reihen. Sie liefen daher bis dato ins Leere.“

Zum Schluss heißt es: „Wir wünschen der Kfz-Innung München-Oberbayern eine von loyaler Zusammenarbeit geprägte erfolgreiche Zukunft im Interesse der Mitglieder. Unseren Mitgliedsbetrieben danken wir recht herzlich und wünschen ihnen, dass unsere Nachfolger sich selbstlos für eine Vertretung, die der größten deutschen Innung gerecht wird, einsetzen und ihre Arbeit auch mit Unterstützung eines loyalen Vorstands umsetzen können.“