Kältemittelflasche mit R134a
Kommentar

Kältemittel R134a: Nach Preisexplosion, jetzt Lieferschwierigkeiten

Bild: Schmidt

Es war ein Ende mit Ansage: Kältemittel wie R134a sind nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar. Der Kältemittelmarkt und dessen Preisentwicklung befinden sich in einer zunehmend prekären Situation. Denn durch die Verknappung der verfügbaren CO2-Äquivalente steigen stetig die Bezugskosten für teilfluorierte Kohlenwasserstoffe, woraufhin wiederum die Kältemittelhersteller mit entsprechenden Preiserhöhungen reagieren (mehr dazu hier). Künftig werden Produkte wie R134a und andere F-Gase, wie an der Börse, nur noch zu Tagespreisen gehandelt und verkauft.

Niemand hatte für das Kältemittel R134a mit dieser drastischen Entwicklung gerechnet. Sie hat somit die ganze Branche überrascht. Allerdings wurde bereits 2015 in der sogenannten Europäischen F-Gase-Verordnung angekündigt, dass diese Kältemittel schrittweise vom Markt genommen werden (Phase-down). Für mich stellt sich die Frage: Hat eine ganze Branche diese Nachricht verschlafen oder wollte sie nichts davon hören und sehen? Obwohl beispielsweise wir bei KRAFTHAND schon mehrmals über diese Entwicklung berichtet haben.

Heute befinden sich die Kfz-Werkstätten mitten in der nächsten Stufe des Phase-Down. Die Preiserhöhung werden und müssen sie ihren Kunden bei der Klimaanlagenwartung und -reparatur weiterberechnen. Damit fallen günstige Klimaanlagenservices, wie sie einige Werkstattketten bewerben, aus dem Angebotskatalog.

Allerdings werden Kfz-Werkstätten und Klimabetriebe mit dem Kältemittel R134a noch lange zu tun haben. Schließlich müssen alle noch mit dem alten Kältemittel befüllten Automobile gewartet und repariert werden. Diese Dienste können für einige Werkstattkunden nun den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. Vor diesem Hintergrund sollte jedoch keine Werkstatt auf die Idee kommen, ein anderes Kältemittel einzufüllen als das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene. Denn dann erlischt die Typgenehmigung des Fahrzeugs.

In den nächsten Wochen und Monaten werden Großhandel und Fachbetriebe wohl froh sein, wenn sie die bestellten Mengen an Kältemittel überhaupt bekommen – beziehungsweise an die Werkstätten ausliefern können. Momentan gilt deshalb die Devise: alle angebotenen Kältemittelmengen, egal von welchem Lieferanten, aufkaufen!. Denn sollte uns ein heißer Sommer wie 2015 bevorstehen, dürfte der Kältemittelstrom von R134a vermutlich bereits im August versiegen.

„Um ein Stück vom Kältemittelkuchen abzubekommen, wird es ein Hauen und Stechen um die schwindenden Mengen geben.“