Leseprobe aus Nr. 7 der KRAFTHAND-Praxiswissen-Broschüre „Kunststoffbearbeitung und -reparatur“. Die Autoren erklären in Kapitel 3.3.1 wie man Haltelaschen an die Stoßfänger klebt.

3.3.1 Haltelaschen an Stoßfänger kleben

Typische Unfallschäden sind eingerissene oder auch abgerissene Haltelaschen, die eigentlich den Neuteilersatz des Stoßfängers erforderlich machen. Gerade dann, wenn der Schaden im nicht sichtbaren Bereich ist und somit mit einem Neuteil auch die Lackierkosten hinzukommen würden, ist eine Reparatur rentabel. Auch beim Kleben gilt, dass sorgsame Vorarbeiten, die korrekte Materialwahl sowie die richtige Durchführung erst zum Reparaturerfolg führen.

Die Vorbereitung

Das Kunststoffteil wird gründlich von Ölen, Fetten und Ähnlichem befreit. Eventuell vorhandene Einbeulungen oder Verzug werden mit dem Heißluftföhn korrigiert (siehe Kapitel 4). Jetzt raut der Kfz-Profi die Reparaturstelle mit einem Handschleifer und 150er Schleifpapier an. Im Nachgang muss nochmal gereinigt werden. Gegebenenfalls sind lang ausgebrochene Laschen auf der Rück-seite mit einem Klebeband zu fixieren (siehe Bild 104).

Der Klebevorgang

Die Reparaturstelle wird beidseitig dünn mit Kunststoffprimer eingesprüht. Der Primer sollte etwa fünf Minuten ablüften. Jetzt trägt der Kfz-Profi ausreichend Klebstoff außenseitig auf den Reparaturbereich auf und streicht ihn mit einem Kunststoffspachtel glatt. Mit dem Heißluftföhn wird der Reparaturbereich mit 60–70 °C (Datenblatt des Klebstoffs beachten!) für 15 Minuten aufgeheizt – der Kleber muss vollständig ausgehärtet sein. Nach dem vollständigen Abkühlen verschleift der Reparateur die Klebereste bis die Originalform des Stoßfängers wieder hergestellt ist.

Die Nachbearbeitung

Die Reparaturstelle muss nun erneut gereinigt werden. In den bereits vorgestellten Kunststoffreparatursets sind entsprechende Reinigungs- und Entfettungsmittel enthalten. Vor dem Lackieren sollte man einen Primer einsetzen. Sind Spachtelarbeiten nötig, um Ungleichmäßigkeiten auszugleichen, sollte eine Kunststoffspachtelmasse verwendet werden. Die Masse hat nach dem Aushärten die nötige Flexibilität. Die Lackarbeiten können mit herkömmlichen Füllern und Lacken durchgeführt werden.

 

 

Dieses Kapitel ist in folgender Fachbroschüre erschienen:

Kunststoffbearbeitung und -reparatur

1. Auflage 2014, von Silke und Christoph Pandikow, 72 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 24,95 Euro

 

Inhalt (Auszug)   

  • Vorwort (zeitwertgerechte Reparatur)
  • Kunststoffarten: Kennzeichnung, Unterscheidungsmerkmale
  • Reparaturmöglichkeiten bei Riss und Bruch (- Kunstsoff-Schweißen – Kunststoff-Kleben (2K-, 1K-Klebstoffe) – Faserverstärkte Kunststoffe)
  • Typische Reparaturbeispiele (- Stoßfänger, Scheinwerfer, Verkleidungshalter instandsetzen)
  • Kunststoffe rückverformen
  • Typische Reparaturfehler und deren Bewertung
  • Kunststoffoberflächen bearbeiten
  • Untergrundaufbau für Lackierarbeiten
  • Kunststoffreparatur-Sets