Viele Werkstattfachleute sind davon überzeugt, dass seit Einführung von Euro 5 und entsprechender Updates die Verkokung von AGR-Ventilen stark zugenommen hat, was zu aufwendigen und teuren Reparaturen führt. Das Aftermarket-Unternehmen Partstec will diese vereinfachen und weiteren Problemen vorbeugen.

In Verbindung mit einem AGR-Kühler werden Verbrennungstemperaturen gesenkt, um Stickoxidwerte massiv zu reduzieren. Doch leider ist hier nicht alles Gold, was glänzt. Jeder Kfz-Profi kennt die Probleme mit AGR-Ventilen, die aufgrund hoher Rückführraten auftreten. Probleme, die sich bei diversen VW-Modellen mit 1,6-l- und 2-l-Motor häufen, seitdem die Wolfsburger ihre Schummel-Diesel mit einem Software-Update versehen.

In diesem Zusammenhang ist immer wieder zu hören, dass zum Erreichen der Stickoxidvorgaben der Altgasdurchsatz im AGR-System erhöht werde, indem das Ventil früher öffnet und später schließt. Dadurch sinkt zwar der Anteil des neu in der Verbrennung entstehenden Stickoxids, gleichzeitig aber erhöht sich die Menge an Ruß und anderen Partikeln in den Leitungen der AGR. Das wiederum führt zu mehr Ablagerungen an den Innenwandungen der AGR-Rohre und des im AGR-Modul integrierten Ventils.

Der Austausch defekter Teile beziehungsweise der AGR-Einheit (AGR-Kühler mit integriertem AGR-Ventil) kann schnell vier bis fünf Stunden dauern, da die Komponenten meist schwer zugänglich sind. Beim VW Touran zum Beispiel muss man neben der Abgasanlage auch noch das Getriebe demontieren, um Zugang zum AGR zu haben , weiß Christian Beßler von Partstec. Damit Werkstätten nicht auch noch alle Teile für die Reparatur einzeln bestellen müssen, hat das Unternehmen jetzt Komplettkits für die Reparatur am AGR-System entwickelt.

Zusammenarbeit mit freien Werkstätten

Im intensiven Austausch mit freien Werkstätten haben die Produktentwickler bei Partstec sieben verschiedene AGR-Kompletteinbausätze auf den Markt gebracht, die beim Vertriebspartner Coparts erhältlich sind. Während einige Bauteile vom jeweiligen Erstausrüster stammen, wurden die selbstproduzierten nicht einfach nachgebaut, sondern in kritischen Bereichen optimiert. Beispielsweise sind die Schellen im Vergleich zum Original anders geschlitzt, um eine einfachere Montage zu ermöglichen. Durch einen optimierten Aufbau sollen sie sogar mehrfach verwendbar sein.

Der Hersteller hat zudem versucht, die bei Werkstattleuten erfragten Probleme zu mindern. Um beispielsweise das Zusetzen der Rohre hinauszuzögern – ganz verhindern lässt es sich ja nicht – sind die Reparatursätze mit Rohren und Schläuchen größeren Innendurchmessers ausgestattet. Außerdem liegt dem Kit ein Hitzeschutz bei. Denn das Bypass-Ventil zum Betätigen der AGR-Klappe ist nicht besonders hitzebeständig, weshalb die Membran oder die Dose selbst porös wird und so das ganze System Schaden nehmen kann.

Viele befragte Werkstattleute bemängelten zudem, dass den Ersatzteilen selten neue Schrauben und Muttern beilägen und dass dies die Arbeit erschwere. Aus diesem Grund werden die Partstec-Kits mit einem vollständigen Schraubensatz ausgeliefert. Den großzügigen Lieferumfang rundet ein in den AGR-Kühler integriertes Ventil ab, das im Gegensatz zu den meisten Aftermarket-Lösungen voll update-fähig ist. Preislich sind die Sets laut Firmenangaben circa zehn Prozent günstiger als ein Einzelkauf sämtlicher Komponenten. Der komplette Lieferumfang soll zudem davor schützen, dass die eine oder an dere Kleinigkeit im Werkstattstress vergessen wird.