Porträt Dominik Beuscher
Gastkommentar zur Überprüfung von AU-Geräten

Eichen und Kalibrieren – wo ist der Unterschied?

Dominik Beuscher leitet die Abteilung Kfz-Prüftechnik beim Kalibrierdienstleister esz mit Sitz in Eichenau. Bild: esz

Seit dem 1. Januar 2019 gilt zusätzlich zur Eichpflicht auch die Kalibrierpflicht für AU-Geräte. Den Unterschied erklärt Experte Dominik Beuscher, der auch von einer unnötigen Doppelbelastung spricht.

„Eichen ist ein amtlicher Vorgang, bei dem begutachtet wird, ob das Abgasmessgerät noch den Vorgaben der Baumusterprüfung und den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Dazu gehört oft auch die Überprüfung und Justierung der Geräte auf die behördlich zulässigen Grenzabweichungen. Grundlage in Deutschland ist etwa die nationale Mess- und Eichverordnung (MessEV). Die Durchführung erfolgt durch die Eichstellen, die Überwachung durch die Eichämter.

Kalibrieren ist die Ermittlung der Abweichung des vom Abgasmessgerät angezeigten Werts mit einem Referenzwert zum Nachweis der Messgenauigkeit. Eine Kalibrierung bestätigt die sogenannte messtechnische Rückführbarkeit auf ein nationales Normal. Grundlage zur Anerkennung ist beispielsweise die Richtlinie 2014/45/EU unter Anwendung der DIN EN ISO/IEC 17025.

Die Durchführung erfolgt durch Kalibrierlabors, die Überwachung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Die messtechnischen Arbeiten, die sowohl vom Eichbeamten als auch vom Kalibriertechniker am Abgasmessgerät durchgeführt werden, sind inhaltlich redundant und führen so zu einer Doppelbelastung, die hätte vermieden werden können.“

Wissen
Das Kalibrierlabor esz führt in einer Liste (siehe Link) alle seit 1. Januar 2019 mittels calibration expert kalibrierbaren AU-Geräte auf. Die Liste wird den Angaben zufolge stetig erweitert sobald neue Modelle hinzukommen.

https://www.esz-ag.de/au-pm.html