KRAFTHAND-Interview

100 Jahre Bosch-Dienst

Der Bosch-Dienst, heute Bosch Car Service BCS genannt, ist für viele Brancheninsider das einzige Werkstattkonzept, das sich als Marke in den Köpfen von Endverbrauchern etabliert hat. Dieses Jahr wird es 100 Jahre alt.

Die auch bereits über 90 Jahre alte KRAFTHAND begleitete den Bosch-Dienst quasi von Anfang an. Herzlichen Glückwunsch und auf die nächsten 100 Jahre! Bilder: Krafthand

Neben den Gründen für den Erfolg hat sich KRAFTHAND danach erkundigt, wie Bosch die Zukunft von Kfz-Werkstätten sieht. Dan Bronkal, Leiter Werkstattkonzepte Mitteleuropa bei Bosch Automotive Aftermarket, stand Rede und Antwort.

Dan Bronkal, Leiter Werkstattkonzepte Mitteleuropa bei Bosch Automotive Aftermarket
Dan Bronkal, Leiter Werkstattkonzepte Mitteleuropa bei Bosch Automotive Aftermarket. Bild: Bosch

Sehr geehrter Herr Bronkal, worauf geht der Erfolg von Boschs Werkstattkonzept zurück?

Der Erfolg der Bosch-Car-Service-Organisation ist meiner Meinung nach eng verknüpft mit der Marke Bosch. Das bedeutet, dass Bosch maßgeblich mitbestimmt, in welche Richtung sich die Automobiltechnologie entwickelt. Dies hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf die Marke Bosch Car Service.

Unser Markenversprechen ist zudem kein leeres Versprechen und schafft Sympathie und Treue zu unseren Werkstätten. Unsere Werkstattpartner leben dieses Versprechen jeden Tag mit ihren Kunden und mit ihrer Arbeit an den Fahrzeugen. Sie sind somit das Fundament unseres Erfolgs.

Welche Themen will und muss Bosch Car Service in den nächsten Jahren vorantreiben, um die mannigfaltigen Herausforderungen – die ja nicht nur technischer Natur sind – bewältigen zu können?

Die Themen drehen sich sehr stark um die Digitalisierung, die vieles verändert – auf Fahrzeugseite und ebenso im Werkstattmanagement, also auch die Prozesse in der Werkstatt. Dazu zählen übrigens die sich verändernde Kundenlandschaft, das Kundenverhalten und die Aufgabe, Fahrzeuge wettbewerbsfähig zu reparieren. Als Kooperationspartner investieren wir deshalb nicht nur in die Entwicklung neuer Produkte, sondern auch in die Qualifikation der Menschen, die damit arbeiten werden.

Können Sie das an konkreten Beispielen erläutern?

Gerne. Mit der Bosch Werkstattmanagementsoftware WSMS – einer cloudbasierten Software – optimieren wir die Arbeitsprozesse durch Verknüpfung mit den digitalen Eco-Systemen der Werkstatt. Aber auch das Geschäft mit Dritten – wie Flottenanbietern, Autovermietungen und Versicherungen – lohnt sich für unsere Werkstattpartner. Durch zentrale, häufig europaweite Rahmenverträge sichern wir die Auslastung bei oftmals sinkendem Privatkundengeschäft. Und in Kombination mit der WSMS wird dies sehr komfortabel und einfach für die Werkstatt.

Hinzu kommen die Steigerung der digitalen Identität und Sichtbarkeit unseres Werkstattnetzes über Suchmaschinenoptimierung, einheitliche GoogleMyBusiness-Auftritte und Social-Media-Aktivitäten. Und last but not least stehen bei uns die Weiterentwicklung und Bereitstellung moderner Diagnosesoftware sowie die Sicherstellung des Zugangs der Fahrzeuge und deren vollumfänglicher Reparatur im Fokus.

Wo steht der Bosch Car Service in 100 Jahren? Und was wird repariert: Drohnen oder Autos?

Das sind Fragen, mit denen wir uns in der Tat heute schon beschäftigen. In 100 Jahren werden viel mehr Menschen leben als heute und damit einher geht eine andere Form der Mobilität. Bosch steht bei diesen Fragen für Technologieoffenheit. Entsprechend solchen Entwicklungen werden wir unser Angebot für unsere Partner stets anpassen, wie wir dies auch in den letzten 100 Jahren getan haben, vom Schraubenschlüssel zur digitalen Reparaturunterstützung.

Welche Form der Mobilität es dann auch geben wird, die Bosch-Car-Service-Organisation wird eine entscheidende Rolle bei deren Wartung, Reparatur und Service einnehmen.

Herr Bronkal, vielen Dank.

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