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Alternative Antriebe

Volvo entwickelt im Akustiklabor Sound für Elektrofahrzeuge

Donnerstag, 20.10.2011 13:55
Ein Fahrzeug im Elektromodus fährt nicht nur abgasfrei, sondern auch nahezu geräuschlos. Denn ein Elektromotor kommt ohne das typische Geräusch eines Verbrennungstriebwerks aus. Das unverwechselbare Motorengeräusch ist jedoch sehr wichtig: für den Fahrer selbst, aber ebenso für Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Die akustische Wahrnehmung ist also ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Deshalb arbeiten die Volvo- Techniker in einem Akustiklabor am 'perfekten' Sound für ein Elektrofahrzeug.

Der Volvo V60 Plug-in Hybrid wird im Labor getestet, um den Klang zu bewerten. Bild: Volvo

'Unser Ziel ist es, eine Soundmischung zu entwickeln, die nicht nur als typisches Motorengeräusch wahrgenommen wird, sondern gleichzeitig ein Stück vom Lebensgefühl Automobil wiedergibt', sagt Peter Mertens, Senior Vice President, Research & Development der Volvo Car Corporation.

 

Leise Elektrofahrt
Die Fahrt in einem elektrisch betriebenen Automobil wird meist als sehr leise, beinahe lautlos beschrieben. Aus Sicht eines Akustikexperten ist diese Wahrnehmung eher missverständlich beziehungsweise unzutreffend. 'Der satte Klang eines Verbrennungsmotors gehört für uns intuitiv genauso zum Autofahren wie Gaspedal und Bremse. Das typische Motorengeräusch wirkt dabei auf uns wie eine akustische Schutzhülle, die andere Geräusche überdeckt. Fehlt diese Decke, werden wir plötzlich mit einer Vielzahl von Störgeräuschen konfrontiert, sagt Martin Spång vom Akustiklabor der Volvo Car Corporation.

 

Veränderte Geräuschumgebung
Ein Hybridfahrzeug wie der Volvo V60 Plug-in-Hybrid kombiniert konventionellen Dieselantrieb mit einem Elektromotor. In den verschiedenen Fahrmodi nimmt der Fahrer eines Hybridfahrzeugs indes unterschiedliche Geräusche wahr, die sich von den bekannten, herkömmlichen Fahrzeuggeräuschen unterscheiden. Ganz besonders dann, wenn das Fahrzeug ausschließlich über den Elektromotor angetrieben wird. Im Elektromodus vernimmt der Fahrer beispielsweise das Hin- und Herschwappen des Dieselkraftstoffs im Tank besonders deutlich, genauso wie Lüfter, Klimaanlage, Fahrbahngeräusche oder den Wind. Erst wenn der Dieselmotor wieder dazugeschaltet wird, erleben die Insassen den gewohnten Fahrzeugsound.

 

Akustisches Profil
Aufgabe der Volvo Entwickler ist es nun, für den Volvo V60 Plug-in-Hybrid das
passende akustische Profil zu kreieren, das einerseits die unterschiedlichen Geräuschquellen berücksichtigt und anderseits einen universellen, authentischen Fahrzeugsound liefert, der unabhängig vom Antriebsmodus eingesetzt werden kann. 'Die größte Herausforderung liegt darin, ein ausgewogenes Mischungsverhältnis zwischen herkömmlichen und neuen Geräuschquellen zu finden. Es wird aber auch Aufgabe der Zulieferer sein, gemeinsam mit uns geräuschärmere Komponenten zu entwickeln. Außerdem werden sich die Kunden mit der Zeit daran gewöhnen, dass Elektrofahrzeuge einfach eine andere Akustik haben als herkömmliche Autos. Dieser neue typische Sound wird zu den wichtigen Alleinstellungsmerkmalen gehören, die ein Elektrofahrzeug besonders und unverwechselbar machen', sagt Martin Spång.

 

Neues Volvo-Akustiklabor
Das 2009 eingeweihte Volvo-Akustiklabor gehört laut Volvo zu den modernsten der Automobilindustrie. Die 2.500 Quadratmeter große Akustikkammer wird beherrscht von einer fast unnatürlichen Stille, die scheinbar körperlich zu spüren ist. Geräuschabsorbierende Schaumstoffplatten an den Betonwänden und der Betondecke sorgen für die notwendige Schallisolation. Das Labor ist vom restlichen Gebäudekomplex vollkommen abgetrennt und so gut isoliert, dass keinerlei Hintergrundgeräusche hindurchdringen können. 'Als das Labor eröffnet wurde, haben wir im Inneren der Einrichtung 17 Dezibel gemessen. Das ist so leise, dass man hören kann, wenn einem Kollegen auf der anderen Seite der Akustikkammer der Magen knurrt', sagt Martin Spång. Zum Vergleich: Die Lautstärke einer normalen Unterhaltung liegt bei 60 bis 70 Dezibel (dB).

 

Simulierung der Oberflächen
Die Beschaffenheit des Laborbodens ähnelt der einer Straßenoberfläche,
sodass die Geräuschentwicklung und die Geräuschreflexion authentisch simuliert werden können. Dank spezieller Fahr- und Messvorrichtungen können verschiedene Straßenoberflächen für Testfahrzeuge dargestellt werden. 'Der richtige Fahrzeugsound ist mitentscheidend für den besonderen Fahrgenuss, für das Erlebnis Autofahren an sich. Mithilfe dieses mustergültigen Akustiklabors haben wir sehr gute Möglichkeiten, den perfekten Sound für Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Wohl wissend, dass der richtige Sound des Fahrzeugs ein ganz wichtiger Faktor für unsere Kunden ist', sagt Peter Mertens.

 

Von: rla

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