
Zwei Verbände ein Ziel

Beim Neujahrsgipfel 2026 des Kfz-Gewerbes im Berliner Gasometer Ende Januar stand nicht nur die Präsentation des DAT-Reports 2026 im Fokus, sondern auch der gemeinsame Auftritt des ZDK und BIV.
Wie vielfach berichtet agieren der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) seit geraumer Zeit eigenständig mit jeweils eigener Geschäftsstelle. Trotz der damit einhergehenden Verteilung der Rollen auf Handwerksthemen einerseits und auf die Belange des Kfz-Handels andererseits, wollen beide Verbände nach außen für ein starkes Kfz-Gewerbe weiterhin gemeinsame Ziele verfolgen, so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Jeffrey Kilian, stellvertretender Vorsitzender des Bundesinnungsverbands des (BIV) beim Neujahrstreff.
Praktische Umsetzung sicherstellen
Dennoch wurde die neue Rollenverteilung und damit eigenständige Bedeutung des BIV bei der Veranstaltung untermauert. So erklärte Kilian auf einer Podiumsdiskussion mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, dass es für das Kfz-Handwerk 2026 um zwei Dinge geht: „Das Tagesgeschäft zuverlässig zu meistern – und die Zukunft aktiv zu gestalten.“ Vor dem Hintergrund, wie Elektromobilität, Software-Updates und KI-gestützte Systeme die Kfz-Technik und damit den Werkstattalltag grundlegend verändern werden, formulierte der Vizechef des BIV außerdem, wie der Verband den Werkstätten bei diesen Herausforderungen zur Seite stehen will. Auf europäischer Ebene setzt sich der Verband beispielsweise für das Recht auf Reparatur von Kfz und den freien Zugang zu wartungsrelevanten Fahrzeugdaten ein. Es gehe darum, die praktische Umsetzung sicherzustellen, damit Werkstätten unabhängig von Herstellerbindungen zum Wohl der Autobesitzer arbeiten können, so Kilian sinngemäß. Kritik äußerte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des BIV zu hohen bürokratischen Belastungen. Komplexe Förderverfahren und administrative Vorgaben würden die Innovationskraft vieler Betriebe bremsen.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn hatte ebenfalls kritische Anmerkungen bezüglich bürokratischer Hürden. Ganz aktuell bezog er sich dabei auf die E-Förderrichtlinie und bemängelte das Kleinklein der bürokratischen Regelungen. „Was wir jetzt nicht brauchen, ist weitere Unsicherheit und Kaufzurückhaltung“, verbunden mit der Forderung, dass „unsere Kunden Planungssicherheit brauchen. Mobilität muss für die Menschen bezahlbar und der Antriebswechsel zur Elektromobilität machbar sein“, so der ZDK-Chef. So sei noch immer unklar, welche Nachweise Antragsteller erbringen müssen, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Entscheidend ist jedoch für potenzielle E-Autokäufer, wann sie mit der Kaufprämie rechnen können, um sie bei ihrer Finanzierung zu berücksichtigen.








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