Leseprobe aus dem Fachbuch „Common-Rail-Systeme in der Werkstattpraxis“. Kapitel 1.10 behandelt das NCC-System von Bosch.

Immer unter Druck – der Aufbau von Common-Rail-Systemen

1.10 Das NCC-System von Bosch

Die Abkürzung NCC (englisch: Needle Close Control) bedeutet auf Deutsch Nadelschließkontrolle. Die Firma Bosch rüstet Piezo- oder Magnetventil-Injektoren mit diesem System aus. Das Erkennungsmerkmal bei Magnetventil-Injektoren sind drei elektrische Anschlüsse (Bild 1.35), bei Piezoinjektoren vier elektrische Anschlüsse.

Mit einem Piezosensor (NCS, englisch: Needle Close Sensor) misst das Steuergerät indirekt den Druck im Steuerraum des Magnetventilinjektors über die Kraft, die auf den Ankerbolzen wirkt (Bild 1.36). Aus dem Verlauf des Steuerdrucks kann das Steuergerät das Öffnen des Magnetventils, den Umkehrpunkt und das Schließen der Düsennadel erkennen. Bei Verschleiß oder Verkokung des Injektors, verändert das Steuergerät die Ansteuerung des Magnetventils, bis die Sollwerte des Injektors ­wieder erreicht werden. Das Ziel ist eine gleichbleibende Einspritzmenge auf allen Zylindern und ein konstantes Lauf- und Abgasverhalten des Motors über die Fahrzeuglebensdauer. Magnetventil-Injektoren mit NCC-System kommen zum ersten Mal bei den neuen 2,0-l-Motoren von BMW zum Einsatz. Bei Ausfall des NCC-Sensors läuft der Motor im normalen Betrieb weiter. Im Fehlerspeicher wird ein Fehler abgelegt.

 

Dieses Kapitel ist in folgendem Fachbuch erschienen:

Common-Rail-Systeme in der Werkstattpraxis

6. erweiterte Auflage 2019, von Hubertus Günther, 228 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 39,95 Euro

 

Inhalt (Auszug)

  • Aufbau von Common-Rail-Systemen
  • Eigendiagnose (OBD oder Herstellertest)
  • Fehlersuche von Hand, Fehlersuchtabellen
  • luftregelnde Systeme eines Dieselmotors
  • Fahrzeuge mit Partikelfilter
  • SCR-Katalysatoren
  • Speicherkatalysatoren
  • Das Volvo i-Art-Einspritzsystem
  • Neu: SCR-Nachrüstsysteme und Software-Updates